Autismus + ADHS: Warum so häufig zusammen?
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Polemix -
6. September 2025 um 19:49 -
354 Mal gelesen -
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Das Risiko, bei einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusätzlich ADHS zu haben, erhöht sich aus mehreren Gründen:
- Genetische Überschneidungen: Studien zeigen, dass Autismus-Spektrum-Störung und ADHS eine hohe Erblichkeit besitzen und genetisch eng verwandt sind. Familien mit einem ADHS-Betroffenen weisen oft ein erhöhtes Risiko für Autismus-Spektrum-Störung bei anderen Mitgliedern auf und umgekehrt. Es gibt gemeinsame genetische Faktoren, die das Auftreten beider Störungen fördern.
- Gemeinsame neurobiologische Grundlagen: Beide Störungen weisen Überschneidungen in der Gehirnstruktur und -funktion sowie in der Neurotransmitteraktivität auf, was die Koexistenz begünstigt. Beispielsweise sind Dysbalancen in Erregungs- und Hemmungssystemen sowie der Dopamin- und Noradrenalinregulation bei beiden Krankheitsbildern nachgewiesen.
- Häufiges gemeinsames Auftreten: Etwa 40-50% der Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung zeigen zusätzlich Symptome von ADHS, was bei der Diagnostik zunehmend erkannt wird. Dies bedeutet, dass jeder zweite autistische Mensch auch ADHS-Symptome hat, was eine hohe Komorbiditätsrate widerspiegelt.
- Familien- und Umweltfaktoren: Neben genetischen Einflüssen werden auch pränatale Faktoren wie Stress der Mutter oder Frühgeburtlichkeiten mit einem erhöhten Risiko für beide Behinderungen in Verbindung gebracht, was das gemeinsame Auftreten unterstützt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Kombination von genetischen, neuronal-biologischen und Umweltfaktoren das Risiko für eine Doppeldiagnose Autismus-Spektrum-Störung plus ADHS signifikant erhöht. Die beiden Störungen sind keine rein getrennten Entitäten, sondern überschneiden sich in Symptomen und Ursachen sehr stark.
Über den Autor
Über den ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V.
Was 2018 mit einem kleinem ADHS-Forum begann, hat sich kontinuierlich zu einem umfangreichen Forum entwickelt. Ab 2021 rückten wir Autismus näher in den Fokus. In diesem Jahr waren wir ein Teil des ADHS Deutschland e.V. – ein wichtiger Schritt um mit professionellem Know-How, Netzwerk und Ressourcen zu arbeiten. Bis es 2022 zu einer echten Verschmelzung gekommen ist: Wir sehen ADHS und Autismus zusammen, nicht getrennt – mit explizitem Fokus auf die Doppeldiagnose. Damit waren wir die erste Plattform überhaupt mit diesem Fokus. 2025 expandierten wir lokal: Gründung unseres eigenen Vereins, einer lokalen Selbsthilfegruppe und einer Beratungsstelle in Bad Vilbel im Wetteraukreis.