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„Autismus-freundlich zertifiziert" – Ein Aufkleber, der echte Inklusion bedeutet

  • ADHSAutismus.de
  • 18. Januar 2026 um 00:16
  • 583 Mal gelesen
  • 17 Antworten
  • Empfohlen
  • 29 Minuten

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In der ADHS & Autismus Community bestimmst du, wie, wann und wo du teilnimmst tausche dich mit Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften aus, die deine Herausforderungen verstehen. Sei es das digitale Selbsthilfegruppenforum (bundesweit) , die professionelle Beratung & Selbsthilfegruppe vor Ort in Bad Vilbel, die Plattform ehrenamtlich mitgestalten oder spezialisierte Fachkontakte & Anlaufstellen im bundesweiten Netzwerk nutzen – wähle deinen persönlichen Weg.

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Neue alltägliche Orte können für Menschen mit Autismus & ADHS schnell zu großen Herausforderungen werden. Das ‚Autismus-freundlich'-Zertifikat zeigt auf, wo Orte bewusst Barrieren abbauen und mit konkreten, überprüfbaren Schritten Inklusion schaffen.

Lesezeit: 29 Minuten
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Meine Geschichte: Wenn Orte zur Reizüberflutung werden
    1. Wie ich Orte erlebe, die mein Nervensystem überlasten!
    2. Was ich gemacht habe, um nicht überfordert zu werden:
      1. Lichtfilterung:
      2. Vertraute Orte als Sicherheitszonen:
      3. Supermärkte mit einheitlichem System:
      4. Bahnfahrten strategisch planen:
    3. Meine wichtigsten Hilfsmittel:
    4. Die größte Hürde: Neue Orte – Planung ist notwendig
    5. Anpassung, Kontrolle, Vermeidung statt Inklusion?
  2. Was können Betroffene und Angehörige konkret machen?
    1. Für Betroffene selbst:
    2. Für Angehörige und Unterstützer:
    3. Die wichtigste Forderung an die Gesellschaft:
  3. Was können Unternehmen, Schulen, Ärzte, Museen etc. konkret tun?
    1. Konkrete, umsetzbare Maßnahmen für jeden Ort:
    2. 🔊 Akustik & Lärm reduzieren:
    3. 💡 Beleuchtung anpassen:
    4. 📋 Struktur & Übersicht schaffen:
    5. 🛒 Kassen & Checkout-Erlebnis optimieren:
    6. 🚪 Rückzugszonen schaffen:
    7. 👥 Personal schulen:
    8. ⏰ Konkrete "Autismus-freundliche Zeiten":
    9. 📱 Digitale Zugänglichkeit & Vorabplanung:
  4. Welche Voraussetzungen werden für die Zertifizierung benötigt?
    1. Räumliche Gestaltung
    2. Kommunikation & Information
    3. Personal & Schulung
    4. Prozess- & Organisationsstrukturen
    5. Evaluation & Transparenz
  5. Wie funktioniert die Kennzeichnung (Aufkleber) und die Verbreitung?
  6. Der Aufkleber: Sichtbares Zeichen von Inklusion
    1. Was der Aufkleber KOMMUNIZIERT:
  7. Wie kann die Community die Zertifizierung verbessern und Vorschläge einreichen?
    1. Deine Stimme zählt:
  8. Praktisches Beispiel: Unsere Selbsthilfegruppe Bad Vilbel
    1. Was wir bereits umsetzen:
    2. Praktische Inspiration: Die "Stille Stunde" Initiative
  9. Ein letztes Wort: Warum das jetzt?

Meine Geschichte: Wenn Orte zur Reizüberflutung werden

Ich bin autistisch und habe ADHS. Das bedeutet, dass mein Nervensystem Reize anders filtert als bei nicht-autistischen Menschen. Wenn ich einen Ort betrete – egal ob Einkaufszentrum, Bahn, Weihnachtsmarkt, Museum, Schwimmbad oder Restaurant – erlebe ich oft eine Reizüberflutung, die viel Kraft fordert und mich völlig überfordert, und ich einfach nur raus aus der Situation möchte. Noch stärker ist dieses Gefühl ohne Medikamente wie Methylphenidat.

Wie ich Orte erlebe, die mein Nervensystem überlasten!

Im Einkaufszentrum: Helles Licht, oft auch Musik (je nach Geschäft unterschiedlich), hohe Regale ohne Orientierungshilfen, viele Menschen, oft zu warm, zu viele Gerüche. Laute Durchsagen, lange Schlangen an den Kassen mit wenig Freiraum und engem Kontakt zu anderen. Preise fehlen öfters mal an den Regalen – ich muss Personal suchen, was sehr stressig ist. Hunderte Stimmen vermischen sich zu einem Lärmbrei – mein Gehirn kann das alles nicht filtern. Es fühlt sich an, als würde jemand alle Sinne gleichzeitig auf Hochdruck stellen.

In der Bahn: Viele Menschen quetschen sich aneinander, unterschiedliche unangenehme Gerüche vermischen sich, oft zu warm oder zu kalt, die Beleuchtung ist hart und weiß – nach 10-20 Minuten ohne Hilfsmittel bin ich erledigt. Dabei liebe ich das Bahnfahren! Seit über 25 Jahren fahre ich Bahn – zu jeder Tageszeit, aber in der Regel mit Hilfsmitteln wie die Nothing Ear mit ANC (Geräuschunterdrückung in Echtzeit). Wenn in den Nebenzeiten die Züge fast leer sind, kann ich auf die Hilfsmittel verzichten, ohne die Gefahr in eine Reizüberflutung zu kommen – das zeigt, wie sehr die Kapazität und die Auslastung den Unterschied machen.

Am Weihnachtsmarkt: Überall blinkt, zischt, duftet. Ich kann nicht unterscheiden, welcher Geruch von wo kommt. Die Menge der Menschen – ich weiß nicht, wo ich hingucken soll, wo ich hin kann. Panic Mode.

Im Schwimmbad: Das Echo, das Chlor, die grellen Lichter in der Umkleide, nasse Fliesen, überall Hitze und Feuchtigkeit – mein Körper kann nicht entspannen, nur Alarm.

Im Restaurant: Zu viele Tische zu dicht beieinander, Gläserklirren, unterschiedliche Stimmen überlagern sich, Essensgerüche – ich kann mich nicht auf ein Gespräch konzentrieren.

Was ich gemacht habe, um nicht überfordert zu werden:

Über die Jahre habe ich Strategien entwickelt, um damit umzugehen – und diese Strategien zeigen genau, wo der Knackpunkt ist:

Lichtfilterung:

Als Brillenträger trage ich in den Sommermonaten eine Sonnenbrille mit einer Tönung von 65% – primär wegen der Sonne draußen, aber ich habe gemerkt: Wenn ich die Brille in Räumen einfach anlasse, ist es für meine Augen viel entspannter. Auch der Wechsel nach draußen ist nicht so hart. Das zeigt das eigentliche Problem: Die Beleuchtung in Räumen ist oft zu hart und zu hell. Eine warme und weiche Beleuchtung würde das ganze schon viel angenehmer machen – nach dem Motto "weniger ist manchmal mehr". Dann bräuchte ich nicht mal eine Sonnenbrille in Räumen zu tragen.

Vertraute Orte als Sicherheitszonen:

Ich gehe fast ausschließlich in die gleichen Restaurants – dort kenne ich die Räumlichkeiten, die Speisekarten, den Service. La Osteria zum Beispiel: deutschlandweit identische Speisekarte und Service. Das gibt mir Sicherheit. Wenn ich dort ankomme, frage ich freundlich, ob es einen etwas ruhigeren Platz gibt, und verweise darauf, dass ich Autismus mit einer Reizfilterschwäche habe. Und das funktioniert sehr gut.

Aber das zeigt auch das Problem: Als Autist mit einer starken Reizfilterschwäche bin ich auf vertraute und sichere Orte angewiesen. Ein neues Restaurant auszuprobieren? Das ist für mich extrem stressig, weil ich nicht im Voraus weiß, wie es aussieht, wie laut es ist, wie der Service funktioniert, was steht auf der Speisekarte etc.

Supermärkte mit einheitlichem System:

Ich gehe nur zu drei Supermarkt-Ketten, weil diese deutschlandweit ein einheitliches System haben – gleiche Artikel, gleicher Ablauf, gleiche Sortierung. Rewe und Edeka überfordern mich massiv, weil jeder Markt völlig anders aussieht und unterschiedliche Produkte hat. Ich müsste jedes Mal neu lernen, wo Milch ist, wie das Kassentempo ist, wie das Licht ist.

Das ist NICHT NORMAL. Ein nicht-autistischer Mensch geht in jeden Rewe und zuckt mit den Schultern – "ok, anderer Aufbau, aber ich finde alles irgendwie." Ich bin blockiert und verlasse den Markt oft, ohne etwas zu kaufen. Wenn ich keine Alternative habe, versuche ich das Personal anzusprechen und um Hilfe zu bitten, wo die benötigten Artikel stehen.

Besonders wichtig für mich: Ich bevorzuge Selbstbedienungs-Kassen, weil ich dort alles selbst entscheiden kann und sogar noch schneller bin. Ich kontrolliere das Tempo, den Kontakt zu anderen Menschen, und es gibt keine stressige Interaktion mit Kassenpersonal.

Einkaufszeit-Strategie: Ich gehe 1-2 Stunden vor Ladenschluss einkaufen. Dann sind die Märkte deutlich leerer, der Lärm ist reduziert, die Atmosphäre ist oft entspannter.

Bahnfahrten strategisch planen:

Bei längeren Fahrten setze ich mich immer in die 1. Klasse – dort sind weniger Menschen (weniger Lärm), die Plätze sind nicht so eng, und der Komfort ist höher. Das funktioniert. Aber es kostet Geld, das nicht alle haben. Und es löst nicht das Problem, sondern umgeht es.

Der entscheidende Punkt: Ich fahre gerne Bahn und tue es seit über 25 Jahren – zu jeder Tageszeit, aber mit Hilfsmitteln. In Nebenzeiten, wenn die Züge leer sind, kann ich auf diese Hilfsmittel verzichten. Das zeigt: Das Problem ist nicht die Bahn selbst, sondern die Auslastung und die Kapazität.

Meine wichtigsten Hilfsmittel:

Medikamente: Ein sehr wichtiges Hilfsmittel, das das alles ermöglicht, sind Medikamente wie Ritalin oder Equasym, weil diese bereits einen Teil der Reize filtern können. Ohne diese Medikamente wie Methylphenidat ist das Gefühl der Reizüberflutung deutlich stärker.

Kopfhörer mit Aktiver Geräuschunterdrückung in Echtzeit: Ich trage regelmäßig Hilfsmittel wie die Nothing Ear mit ANC (Geräuschunterdrückung in Echtzeit), um Lärm und Geräusche zu reduzieren. Das hilft mir im Alltag sehr gut und lässt mich so an der Gesellschaft teilhaben. Ein großer Vorteil für mich ist auch, dass ich Gespräche von anderen – beispielsweise im Wartezimmer, in der Bahn oder im Supermarkt – nicht mitbekomme, was eine große Entlastung ist. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass ich immer darauf schauen muss, dass die Akkus voll sind, und ich sie auch nicht zuhause vergessen darf. Mittlerweile habe ich die Kopfhörer im Doppelpack, um auf Nummer sicher zu gehen.

Die größte Hürde: Neue Orte – Planung ist notwendig

Hier wird es schwierig. Für mich ist es extrem schwierig, neue Orte zu besuchen – neue Supermärkte, neue Restaurants, neue Ärzte. Ich recherchiere vorher – Websites, Google Maps, Fotos der Räume. Wie hell? Wie laut? Wo kann ich mich zurückziehen? Diese Details entscheiden, ob ich einen Ort besuchen kann oder nicht. Aber bei vielen neuen Orten kann ich nicht im Voraus planen. Die Verunsicherung, was passieren könnte, ist sehr hoch. Das ist bei Autisten nicht selten.

Viele Betroffene berichten das gleiche: Sie meiden neue Orte, weil die Unsicherheit zu groß ist. Das führt zu:

  • Isolation: "Ich kenne nur drei Restaurants, alle anderen sind nicht machbar"
  • Abhängigkeit: "Mein Partner / Eltern sollen oder müssen mich bei neuen Orten begleiten, weil es zu stressig ist"
  • Verpasste Chancen: "Ich gehe nicht zum neuen Zahnarzt in der Nähe, weil ich den alten kenne"
  • Erschöpfung: "Die mentale Belastung der Planung kostet mich den ganzen Tag"

Meine Strategien funktionieren – aber sie sind kein Leben, sondern ein System der Vermeidung und Kontrolle.

Wenn ich nur zu drei Restaurants gehen kann, nur zu bestimmten Supermärkte, nur mit speziellen Hilfsmitteln – dann bin ich nicht integriert. Ich bin isoliert. Ich passe mich an eine Welt an, die nicht für mich gebaut wurde, und zahle dafür mit meiner Energie und meiner Freiheit.

Anpassung, Kontrolle, Vermeidung statt Inklusion?

Meine Strategien funktionieren – aber sie helfen mir, mit dem Problem zu leben, lösen es nicht. Ich jongliere mit Hilfsmitteln, Planung und Vermeidung, um in einer Welt zu funktionieren, die nicht für mich gebaut wurde.

Wenn ich nur zu bestimmten Restaurants, Ärzten und Supermärkten mit speziellen Hilfsmitteln gehen kann – dann bin ich nicht integriert. Ich bin isoliert. Ich passe mich an eine Welt an, die nicht für mich gebaut wurde, und zahle dafür mit meiner Energie, Gesundheit und meiner Freiheit.

Das muss sich ändern.

Nicht durch bessere Strategien von mir selbst – sondern dadurch, dass Orte von Anfang an so gestaltet werden, dass sie nicht überfordern.

Das ist möglich. Und in den folgenden Abschnitten zeige ich, wie – und wie ein neues Zertifikat dabei helfen kann.

Was können Betroffene und Angehörige konkret machen?

In den folgenden Abschnitten zeige ich konkrete Ansätze – von Betroffenen bis zu Institutionen. Denn echte Inklusion bedeutet: Strukturen müssen sich ändern, nicht Menschen.

Für Betroffene selbst:

  • Deine Bedürfnisse definieren: Nicht das, was andere von dir erwarten, sondern das, was du brauchst – um zu funktionieren, nicht um zu leiden. Das können Hilfsmittel sein (Kopfhörer, Sonnenbrillen, Medikamente), aber auch Umgebungen, in denen du dich sicherer fühlst, oder spezifische Unterstützung von anderen.
  • Informationen sammeln: Bevor du einen neuen Ort besuchst, versuche, vorab Informationen zu bekommen: Wie ist die Umgebung strukturiert? Wie ist die Beleuchtung? Wie laut ist es? Gibt es Rückzugsmöglichkeiten? Diese Details helfen bei der Vorbereitung und reduzieren Unsicherheit.
  • Vertraute Orte nutzen und kennenlernen: Ein System finden, das funktioniert (wie meine drei Supermarkt-Ketten)
  • Realistische Erwartungen: Nicht jeder Ort wird funktionieren – und das ist ok. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Machbarkeit. Wenn ein Ort zu überfordernd ist, ist es erlaubt, ihn zu meiden oder nach Alternativen zu suchen.
  • Unterstützung nutzen: Ob Hilfsmittel, Begleitung, längere Entscheidungszeiten oder Medikamente – das sind Werkzeuge, nicht Zeichen von Schwäche. Nutze, was dir hilft.
  • Nein sagen dürfen: Du musst neue Orte nicht ausprobieren, wenn du nicht bereit bist. Du musst dich nicht zwingen. Deine Grenzen sind berechtigt.
  • Deine Stimme nutzen: Wenn ein Ort besonders schlecht passt oder besonders gut – teile das mit. Das hilft nicht nur dir, sondern auch anderen und macht Barrieren sichtbar.
  • Mit Vertrauenspersonen absprechen: "Ich brauche einen ruhigen Platz", "Können wir um 14 Uhr kommen, wenn es leerer ist?" oder "Können wir 1-2 Stunden vor Ladenschluss einkaufen gehen?"

Für Angehörige und Unterstützer:

  • Verstehen, was schwierig ist: Reizüberflutung ist real. Das Nervensystem lädt sich auf, bis es überläuft – das ist Physiologie, nicht Drama oder Dramatisierung. Menschen erleben das physisch und emotional sehr intensiv. "Du bist zu empfindlich" ist keine Hilfe.
  • Voraus planen: Neue Orte sind Risiken. Hilf, diese zu reduzieren: Vorab-Infos sammeln, bekannte Alternativen anbieten, Exit-Strategien besprechen ("Falls es zu viel wird, können wir gehen").
  • Aktiv nachfragen: "Welche Reize sind gerade zu viel? Was hilft dir?" statt zu raten
  • Tempo akzeptieren: Das Treffen von Entscheidungen kann länger dauern. "Können wir vorher anrufen?" oder "Ich brauche einen Tag zum Überlegen" – das ist ok. Druck macht es schlimmer, nicht besser.
  • Unterstützen, nicht retten: Begleitung hilft. Aber vollständige Übernahme ("Ich entscheide für dich") schadet der Autonomie. Hilf, ohne zu bevormunden.
  • Pausen sind notwendig: Nicht ungeduldig sein. Reizüberflutung ist echte Erschöpfung – ähnlich wie körperliche Überanstrengung. Der Körper braucht Zeit zur Erholung.
  • Feedback ist wichtig: Wenn Orte nicht funktionieren, sag es – den Betreibern, Freunden, Familie. Das schafft Sichtbarkeit: "Die Musik war zu laut", "Die Beleuchtung ist zu hart", "Die Warteschlange war zu eng" – das sind wichtige Informationen.
  • Deine Grenzen respektieren: Es ist ok zu sagen "Das geht nicht" – für beide Seiten. Auch Unterstützer haben Grenzen. Burnout hilft niemandem.

Die wichtigste Forderung an die Gesellschaft:

Es sollte nicht Aufgabe von Betroffenen sein, diese ganzen Strategien zu entwickeln. Das ist Vermeidung, nicht Inklusion. Inklusion heißt, dass Orte von Anfang an so gestaltet sind, dass viele Menschen sie nutzen können.

Was können Unternehmen, Schulen, Ärzte, Museen etc. konkret tun?

Das ist die KERNFRAGE. Denn echte Inklusion entsteht nicht, wenn Betroffene sich ständig anpassen, sondern wenn Institutionen sich anpassen.

Konkrete, umsetzbare Maßnahmen für jeden Ort:

Wir präsentieren hier Maßnahmen, die wir aus der Praxis kennen. Gleichzeitig wissen wir: Ihr seid die Experten. Wenn euch wichtige Maßnahmen fehlen – schreib uns! Die Community macht diese Liste lebendig und vollständig.

🔊 Akustik & Lärm reduzieren:

  • Musik ausschalten oder leiser stellen (besonders in Supermärkten, Läden, Cafés)
  • Durchsagen minimieren oder vorher ankündigen
  • Schallabsorbierende Materialien: Teppiche, Teppichfliesen, Vorhänge
  • "Stille Stunde" Modell: Wie die bundesweite Initiative #StilleStunde zeigt – zu bestimmten Zeiten wird bewusst Reize reduziert
  • Lärmschutzvorrichtungen in lauten Bereichen (z.B. Kassenbereiche)
  • Ruhige Kassen-Zeiten: Wenn Supermarktkassen leiser sind, reduziert das Stress massiv

💡 Beleuchtung anpassen:

  • Dimmbare LED-Leuchten statt starrer Neonröhren
  • Blendfreie Leuchten verwenden
  • Warme und weiche Beleuchtung: Nach dem Motto "weniger ist manchmal mehr" – nicht zu hell, eher warm (2700-3000K statt 4000K+)
  • Natürliches Licht nutzen, wo möglich
  • Nicht zu helles Licht generell – viele Menschen freuen sich über gedimmteres Licht
  • Flackernde Lichter entfernen – absolutes No-Go für viele autistische Menschen und auch Epilepsie-Patienten

📋 Struktur & Übersicht schaffen:

  • Klare Preisauszeichnung an den Regalen – das ist für Menschen mit Orientierungsproblemen essentiell
  • Visuelle Piktogramme für Abläufe (Anmeldung → Wartebereich → Untersuchung → Ausgang)
  • Informationen in einfacher Sprache ohne Metaphern
  • Ablaufpläne sichtbar machen: "Um 14:00 beginnt die Sprechstunde, Wartezeit etwa 15 Minuten"
  • QR-Codes neben Hinweisen, die zu Erklärvideos führen
  • Regalplanung: Hohe Regale schaffen Sichtprobleme – niedrigere Regale oder offene Raumplanung hilft vielen Menschen
  • Einheitliche Systeme: Das ist unterschätzt. La Osteria funktioniert für mich, weil es überall gleich ist. Supermärkte mit einheitlichem System sind zugänglich. Konsistenz ist barrierearm.

🛒 Kassen & Checkout-Erlebnis optimieren:

  • Selbstbedienungs-Kassen anbieten – viele autistische Menschen bevorzugen diese, weil sie selbst das Tempo kontrollieren
  • Lange Warteschlangen reduzieren (durch mehr Kassen oder bessere Planung)

🚪 Rückzugszonen schaffen:

  • Ruhiger Wartebereich mit reduzierten Reizen (warme gedimmte Beleuchtung, keine Musik, weniger Menschen)
  • Abtrennungen oder private Räume für Gespräche
  • Kopfhörer zum Ausleihen für akustisch empfindliche Menschen
  • "Bitte nicht stören" Signale, wenn jemand eine Pause macht
  • Weniger Menschen zu bestimmten Zeiten: Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen
  • Platz & Bewegungsfreiheit: Enge Kassenschlangen sind stressig – mehr Platz, weniger Gedränge

👥 Personal schulen:

  • Mindestens 20% des Teams: Grundschulung zu Autismus und sensorischen Bedürfnissen
  • Workshops zu nonverbaler Kommunikation – manche Menschen brauchen mehr Zeit zum Sprechen
  • "Doppeltes Empathie-Problem" verstehen: Kommunikationsprobleme entstehen gegenseitig. Auch nicht-autistische Menschen müssen ihre Ausdrucksweise anpassen:
    • Kurz, präzise, direkt sprechen
    • Keine Metaphern oder Ironie
    • Nachfragen aktiv anbieten ("Haben Sie eine Frage?" statt zu warten)
    • Geduld haben, nicht hetzen
    • Verstehen, dass "neue Orte" für manche Menschen extrem stressig ist
    • Verständnis für Unsicherheit: Wenn jemand viele Fragen stellt oder länger überlegen muss
  • Benennung einer festen Ansprechperson für Inklusion – jemand, der/die Fragen beantwortet und Anpassungen möglich macht

⏰ Konkrete "Autismus-freundliche Zeiten":

  • Supermärkte: Z.B. dienstags 15-17 Uhr – Musik aus, Lichter gedimmt, weniger Regale auffüllen, reduzierte Kundenanzahl, mehr SB-Kassen aktiviert
  • Ärzte/Zahnärzte: Frühe Termine mit längerer Zeit, ruhiger Wartebereich, Informationen im Voraus, Website mit Fotos der Räume
  • Schwimmbäder: Ein "autismusfreundliches Zeitfenster" pro Woche – leises Wasser, gedimmte Lichter, Info-Personal vor Ort
  • Museen: Stille Stunden ohne Gruppen, Text in einfacher Sprache, visuelle Markierungen statt nur Text
  • Supermärkte mit einheitlichem System: Das ist bereits ein großer Vorteil. Aber auch Variabilität innerhalb der Märkte reduzieren
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Nebenzeiten mit reduzierter Auslastung fördern, Fahrkarten online buchbar, Info online verfügbar
  • Bahn-Nebenzeiten promoten: "Fahren Sie in den ruhigeren Nebenzeiten – für Ihr Wohlbefinden und weniger Gedränge"

📱 Digitale Zugänglichkeit & Vorabplanung:

  • Website mit einfacher Sprache
  • Fotos der Räumlichkeiten: Wartebereich, Untersuchungszimmer, Kassenbereiche – damit Menschen vorab wissen, wie es aussieht
  • Keine flackernden Inhalte (wichtig auch für Epilepsie)
  • Informationen schriftlich verfügbar, nicht nur mündlich
  • Termine online buchbar statt nur per Telefon
  • Telefon erreichbar für Fragen: "Wie hell ist es bei euch? Wie laut? Gibt es Selbstbedienungskassen? Welche Kassenzahl? Kann ich einen ruhigen Platz bekommen?"
  • Vorab-Info: "Dienstags 15-17 Uhr ist unsere autismusfreundliche Zeit – weniger Musik, warme gedimmte Beleuchtung, weniger Menschen"
  • Bahn-Info: Echtzeitdaten zu Auslastung (wo sind die ruhigeren Wagen / Bereiche?)

Welche Voraussetzungen werden für die Zertifizierung benötigt?

Damit eine Einrichtung das Siegel „Autismus-freundlich zertifiziert" erhält, müssen konkrete Standards erfüllt sein. Das Siegel ist nicht einfach Kosmetik – es ist ein Versprechen.

📌 Ein wichtiger Hinweis: Dies ist ein Pilotprojekt – das erste seiner Art.

Die fünf Säulen unten sind unser Anfang, nicht unser Ende. Sie sollen – zusammen mit euch – wachsen, sich entwickeln, sich an eure Realität anpassen. Wir laden die Community ein, diese Standards zu erweitern, zu schärfen und anzupassen. Denn das ist der Kern dieser Idee: Von Betroffenen für Betroffene – etwas, das es bisher noch nicht gibt.

Räumliche Gestaltung

  • Mindestens eine ruhige Rückzugszone mit dimmbarer, warmer Beleuchtung und Schallschutz
  • Klare Wegführung mit Piktogrammen, Farben oder taktilen Markierungen
  • Stufenfreier Zugang, ausreichend Bewegungsfläche und Platz (nicht zu eng)
  • Keine flackernden Lichter
  • Reduktion von starken Geruchsquellen
  • Für Supermärkte besonders: Klare Preisauszeichnung an Regalen, übersichtliche Regalplanung, ausreichend Bewegungsplatz
  • Vorzugsweise: Fotos der Räume online verfügbar

Kommunikation & Information

  • Alle Infomaterialien in einfacher Sprache (nach Netzwerk Leichte Sprache Standards)
  • Visuelle Hilfsmittel: Piktogramme, Bildkarten, Tagespläne
  • Optional: PECS-Material oder digitale Unterstützungssysteme für nicht-sprechende Menschen
  • Informationen online verfügbar, nicht nur mündlich
  • Telefonische Vorberatung: "Können Sie vor meinem Besuch mit mir besprechen, wie die Räume sind, wie hell und wie laut es ist?"
  • Website mit Fotos: Darstellung der tatsächlichen Umgebung (auch Beleuchtung!)

Personal & Schulung

  • Mindestens 20% des Teams absolvieren eine Grundschulung zum Thema Autismus
  • Jährliche Workshops zu nonverbaler Kommunikation und "Double Empathy Problem"
  • Eine benannte Ansprechperson für Inklusion – erreichbar für Fragen und Anpassungen
  • Kurze, präzise Kommunikation wird trainiert
  • Verständnis für Verunsicherung: Team kennt die Bedeutung von "neuen Orten" und Vorabinformation
  • Geduld mit Fragen: Team versteht, dass manche Menschen längere Zeit brauchen, um zu entscheiden oder zu planen

Prozess- & Organisationsstrukturen

  • Inklusionsbeirat: Betroffene haben echtes Mitspracherecht
  • Vierteljährliche Feedback-Runden (anonym, damit Menschen trauen, ehrlich zu sein)
  • Dokumentierte Beschwerdeverfahren in leicht verständlicher Form
  • Bereitschaft zu kontinuierlichen Verbesserungen
  • Autismus-freundliche Zeiten: Regelmäßige Zeitfenster mit reduzierten Reizen
  • Offene Hotline für Fragen: "Wie können wir dir heute helfen?" (Wenn möglich)

Evaluation & Transparenz

  • Selbsteinschätzungs-Checkliste vor Antragstellung
  • Vor-Ort-Audit durch unabhängiges Audit-Team mit mindestens einer autistischen Fachperson
  • Detaillierter Bericht mit Empfehlungen
  • Jährliche Rezertifizierung – nicht "einmal zertifiziert, fertig"
  • Offen zugängliche Informationen: Was wurde zertifiziert, welche Maßnahmen gibt es?
  • Feedback-System: Betroffene können ihre Erfahrungen direkt teilen

Wie funktioniert die Kennzeichnung (Aufkleber) und die Verbreitung?

Das ist das SICHTBARE Element – der Punkt, an dem Betroffene wissen: "Hier bin ich willkommen."

Der Aufkleber: Sichtbares Zeichen von Inklusion

Design & Platzierung:

  • 📍 Auf der EINGANGSTÜR (zentral sichtbar)
  • 📍 Im SCHAUFENSTER (damit man es sieht, bevor man hereingeht)
  • 📍 An KASSEN oder INFORMATION (für schnelle Referenz)
  • 📍 Auf ONLINE-PROFIL der Einrichtung (Google Maps, Website, Social Media)
  • 📍 In unserem ADRESSVERZEICHNIS

Der Aufkleber zeigt:

  • Das Logo "Autismus-freundlich zertifiziert"
  • Optional: Kurze Info "Ruhige Bereiche | Einfache Sprache | Warme Beleuchtung"
  • QR-Code zu: Was bedeutet das Siegel? / Welche Services gibt es?

Was der Aufkleber KOMMUNIZIERT:

An Betroffene:

  • ✅ "Hier wurden Maßnahmen ergriffen, damit ich mich wohlfühle"
  • ✅ "Ich bin nicht allein und das ist nicht mein Problem"
  • ✅ "Diesen Ort kann ich wenigstens versuchen zu besuchen – mit weniger Angst vor Überraschungen"
  • ✅ "Ich weiß vorher ungefähr, was mich erwartet"

An Nicht-autistische Menschen:

  • ✅ "Hier gibt es Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen"
  • ✅ "Inklusion ist kein Extra – es ist Standard"
  • ✅ "Auch ich könnte mal in diese Situation kommen"

An Entscheider:

  • ✅ "Das ist möglich und sinnvoll"
  • ✅ "Kunden schätzen diese Investition"
  • ✅ "Es ist nicht teuer, sondern eine Haltung"

Wie kann die Community die Zertifizierung verbessern und Vorschläge einreichen?

Das ist das EIGENTLICHE Herzstück: Ein Siegel, das von Betroffenen selbst mitgestaltet wird.

Deine Stimme zählt:

Die Zertifizierungsstandards sind nicht in Stein gemeißelt – sie sollen mit deiner Expertise wachsen. Teile deine Erfahrungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge auf zwei Wegen mit uns:

💬 In den Kommentaren zu diesem Artikel:
Schreib direkt hier, was dir wichtig ist, welche Maßnahmen fehlen, welche Standards zu streng oder zu lasch sind. („Autismus-freundlich zertifiziert" – Ein Aufkleber, der echte Inklusion bedeutet)

📧 Per Mail an uns:
Wenn du lieber persönlich schreiben möchtest, schreib uns eine Mail. Deine Erfahrung ist wertvoll und hilft uns, dieses Zertifikat zusammen mit der Community zu gestalten.

Deine Vorschläge machen diese Liste lebendig und vollständig.

Praktisches Beispiel: Unsere Selbsthilfegruppe Bad Vilbel

Wir predigen nicht nur – wir leben es auch selbst. Unsere Beratungsstelle und Selbsthilfegruppe Bad Vilbel ist ein praktisches Beispiel dafür, dass autismusfreundliche Standards funktionieren und Menschen einen Unterschied machen.

Was wir bereits umsetzen:

📱 Digitale Zugänglichkeit – Terminbuchung ohne Stress:
Unsere neue digitale Terminbuchung zeigt, wie einfach Inklusion sein kann. Mit wenigen Klicks kannst du dich zu Veranstaltungen anmelden – oder auch kurzfristig wieder abmelden, wenn es zu viel wird. Kein stressiger Telefon-Kontakt, kein "Ich muss erklären, warum ich nicht komme" – einfach flexibel und selbstbestimmt.

📋 Klare Vorabinformation:
Bevor du anmeldest, weißt du, wann die Veranstaltung ist, wie lange sie dauert, wer kommt, wie viele Menschen dabei sind. Keine Überraschungen. Keine Unsicherheit. Nur Klarheit.

🚪 Flexible Teilnahme:
Du kannst kommen und gehen, wenn du eine Pause brauchst. Es gibt keine Scham, wenn es zu viel wird. Deine Grenzen werden respektiert.

👥 Community-Fokus:
Dein Feedback wird ernst genommen und führt zu echten Veränderungen. Das ist nicht nur ein Konzept – das ist gelebte Realität bei uns.

Das ist der Beweis:

Echte Inklusion ist nicht theoretisch. Sie ist praktisch machbar. Und wir machen es vor.

Mehr über unsere Selbsthilfegruppe Bad Vilbel erfährst du hier: ADHS & Autismus Selbsthilfegruppe Bad Vilbel - Ein innovatives Konzept für neurodivergente Menschen

Praktische Inspiration: Die "Stille Stunde" Initiative

Die bundesweite "Stille Stunde" Initiative zeigt, dass das funktioniert:

  • Supermärkte, Cafés, Museen bieten zu bestimmten Zeiten Stunden mit reduzierten Reizen an
  • Musik aus, Lichter gedimmt, Kassensysteme leiser, weniger Regale auffüllen, mehr SB-Kassen offen
  • Feedback ist ausschließlich positiv
  • Fast 200 Teilnehmende, überwiegend von Unternehmen selbst initiiert

Das zeigt: Mit klarer Kommunikation entsteht nicht Verständnisverlust, sondern Solidarität.

Ein letztes Wort: Warum das jetzt?

Ich schreibe das als jemand, der lange dachte: "Ich bin das Problem. Ich bin zu empfindlich. Ich passe nicht in diese Welt."

Diese Idee, dass Orte sich ändern müssen statt Menschen – sie begleitet mich seit Jahren. Aber erst jetzt, nach all den Erfahrungen, den gescheiterten Versuchen, den Strategien die nur Symptome lindern – erst jetzt bin ich bereit, dafür einzustehen.

Nicht aus Frustration. Aus Überzeugung.

Ich habe gute Strategien entwickelt – aber ich möchte sie nicht benutzen müssen. Ich möchte einfach zu einem neuen Zahnarzt gehen können, ohne vorher 20 Minuten online zu recherchieren. Ich möchte ein neues Restaurant ausprobieren können, ohne dass mein Nervensystem komplett überlastet wird. Ich möchte in jeden beliebigen Supermarkt einkaufen gehen können – nicht nur in drei ausgewählten. Ich möchte Bahn fahren können, wann ich will – nicht nur in den Nebenzeiten, wenn die Züge leer sind.

Die Welt passt nicht auf MEINE Bedürfnisse. Und das ist ein SICHTBARES Problem, das wir ändern können.

Das Zertifikat „Autismus-freundlich zertifiziert" ist nicht für autistische Menschen, um sie zu retten. Es ist ein Signal an eine Gesellschaft:

✅ Wir meinen Inklusion ernst
✅ Wir ändern Strukturen, nicht Menschen
✅ Eure Bedürfnisse sind gültig
✅ Ihr seid willkommen – und wir machen es euch nicht absichtlich schwer

Wenn dieser Aufkleber an einer Eingangstür hängt, bedeutet das nicht, dass alles perfekt ist. Aber es bedeutet: "Jemand hat nachgedacht und etwas daran getan. Du brauchst nicht sofort zu vermeiden oder Strategien zu entwickeln – hier wurde für dich gedacht." Das ist mehr als die meisten Orte heute bieten.

  • ADHS
  • Autismus-Spektrum-Störungen
  • Reizarme Umgebung
  • Reizfilterschwäche
  • Reizüberflutung

Über den Autor

Über den ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V.

Was 2018 mit einem kleinem ADHS-Forum begann, hat sich kontinuierlich zu einem umfangreichen Forum entwickelt. Ab 2021 rückten wir Autismus näher in den Fokus. In diesem Jahr waren wir ein Teil des ADHS Deutschland e.V. – ein wichtiger Schritt um mit professionellem Know-How, Netzwerk und Ressourcen zu arbeiten. Bis es 2022 zu einer echten Verschmelzung gekommen ist: Wir sehen ADHS und Autismus zusammen, nicht getrennt – mit explizitem Fokus auf die Doppeldiagnose. Damit waren wir die erste Plattform überhaupt mit diesem Fokus. 2025 expandierten wir lokal: Gründung unseres eigenen Vereins, einer lokalen Selbsthilfegruppe und einer Beratungsstelle in Bad Vilbel im Wetteraukreis.

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    Die Domain autismus-wetterau.de / adhs-autismus-adressen.de ist als Quellenangabe (Diagnostik und Differenzialdiagnose des Asperger-Syndroms im Erwachsenenalter) im deutschen Wikipedia-Artikel zu ADHS verlinkt.

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