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Frauen mit ADHS und Autismus – Warum sie unsichtbar bleiben und wie endlich die richtige Diagnose gelingt

  • Polemix
  • 1. Januar 2026 um 16:18
  • 972 Mal gelesen
  • 2 Antworten
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  • 27 Minuten
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Lesezeit: 27 Minuten
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. ADHS und Autismus bei Frauen und Mädchen: Sichtbar machen, richtig diagnostizieren, endlich gehört werden
    1. Die unsichtbare Stimme
    2. TEIL I: FÜR BETROFFENE – VERSTEHEN, WAS LOS IST
      1. Warum Du jahrelang „unsichtbar" sein kannst
      2. Woran Du erkennst, dass es mehr als eine Depression sein könnte
    3. Lebensabschnitte und wie sich Masking verändert
      1. Kindheit:
      2. Schulzeit:
      3. Jugendalter:
      4. Erwachsenenalter:
    4. ADHS und Autismus im Alltag – Was Du erleben könntest
      1. Aufmerksamkeit & Wahrnehmung:
      2. Struktur & Alltagshandeln:
      3. Emotion & Impulsivität:
      4. Soziale Interaktion:
      5. Interessen & Motivation:
      6. Anpassung & Stressverarbeitung:
    5. Was bedeutet das für Dich?
    6. Die Frage nach der Diagnose: Wann solltest Du handeln?
  2. TEIL II: FÜR FACHPERSONAL – DIAGNOSTISCHE GRUNDLAGEN NACH S3, ICD-10 & ICD-11
    1. Epidemiologie und Versorgungslücken
      1. Prävalenz:
      2. Das Geschlechterproblem:Grundsätzlich tritt ADHS bei Frauen und Männern gleichermaßen auf, aber: Mädchen und Frauen werden im Vergleich um ein Vielfaches später diagnostiziert.
    2. Definitionen: Neuronale Entwicklungsstörungen verstehen
    3. Diagnostik nach S3-Leitlinie (ADHS)
    4. Diagnostik nach ICD-10 / ICD-11 (Autismus)
    5. Doppeldiagnose ADHS & Autismus (AuDHD)
    6. Leitfaden für Fachkräfte – Diagnoseschritte
    7. Screening-Tools für Frauen mit Masking-Tendenzen
      1. CAT-Q (Camouflaging Autistic Traits Questionnaire)
      2. RAADS-R (Ritvo Autism Asperger Diagnostic Scale – Revised)
      3. AQ (Autism Spectrum Quotient) – Frauenversion
      4. WURS-k (Wender Utah Rating Scale, Kurzversion)
      5. Geschlechtsspezifische ADHS-Screenings (z.B. Belle Health)
    8. Maßnahmen zur Optimierung der Zusammenarbeit
    9. Schul- und Arbeitsplatzanpassungen
  3. TEIL III: TAKEDA PHARMA – POSITIONSPAPIER ZUR VERSORGUNG VON FRAUEN MIT ADHS
    1. Takeda setzt Maßstäbe: Ein Positionspapier mit klarem Auftrag
    2. Die zentrale These
    3. Warum Frauen später diagnostiziert werden
    4. Konkrete Maßnahmen nach Takeda
    5. Warum Takeda als Vorreiter gilt
    6. Handlungsaufträge aus dem Takeda-Positionspapier
  4. ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK
    1. Für Betroffene
    2. Für Fachleute
    3. Für das System
  5. ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk: Unsere Position und konkrete Hilfe
    1. Warum dieser Artikel unsere Verbandsposition widerspiegelt
  6. Fazit

ADHS und Autismus bei Frauen und Mädchen: Sichtbar machen, richtig diagnostizieren, endlich gehört werden

Die unsichtbare Stimme

ADHS und Autismus bei Frauen und Mädchen – ein Thema, das viel zu lange im Schatten gestanden hat. Viele Betroffene berichten von jahrelanger Unsichtbarkeit, von Fehldiagnosen und von einem System, das nicht sieht, was vor ihm liegt. Dieser Blogartikel möchte Licht ins Dunkel bringen und beiden Gruppen – den Betroffenen und den Fachleuten – helfen, die Zeichen richtig zu deuten.

Die gute Nachricht: Takeda Pharma hat mit einem Positionspapier Vorreiterarbeit geleistet und sich klar für bessere Versorgung bei Frauen mit ADHS ausgesprochen. Auch die wissenschaftlichen Leitlinien (S3-Leitlinie, ICD-11) haben sich modernisiert. Es ist Zeit, dass wir alle mitziehen.

TEIL I: FÜR BETROFFENE – VERSTEHEN, WAS LOS IST

Warum Du jahrelang „unsichtbar" sein kannst

Viele Frauen und Mädchen mit ADHS oder Autismus entwickeln früh Strategien, um sich anzupassen – das nennt man „Masking" (auch Camouflaging). Du lächelst, imitierst andere, verstehst soziale Regeln auswendig, auch wenn sie sich nicht natürlich anfühlen. Nach außen wirkst Du ruhig, organisiert oder empathisch – innerlich kämpfst Du mit Überforderung, Erschöpfung oder Reizüberflutung.

Diese Anpassung führt dazu, dass Fachleute die Symptome übersehen oder sie fälschlich als Depression, Borderline oder Burnout deuten. Die Folge: Du wirst behandelt, aber nicht für das, was Dir wirklich hilft – Behandlung der Symptome statt der Ursache.

Woran Du erkennst, dass es mehr als eine Depression sein könnte

Du bist nicht „zu sensibel" oder „faul" – Dein Gehirn arbeitet einfach anders.

Wenn Du Dich ständig erschöpft fühlst, sehr sensibel auf Geräusche, Licht oder Gerüche reagierst, Gespräche anstrengend findest oder viele Gedanken gleichzeitig hast, kann das auf ADHS oder Autismus hinweisen – auch wenn niemand das bisher bemerkt hat.

Wenn Du schon oft gehört hast „Du stellst Dich an" oder „Du bist halt sensibel", kann das ein Zeichen sein, dass Deine Wahrnehmung einfach anders funktioniert – nicht falsch.

Lebensabschnitte und wie sich Masking verändert

Kindheit:

  • Starke Phantasie, aber wenig echtes Rollenspiel; Rückzug nach Gruppenaktivitäten
  • Schüchternheit, Sensibilität
  • Oft werden diese Zeichen übersehen – „Das ist ja süß"

Schulzeit:

  • Vergesslichkeit, Fehler bei Struktur, sozialer Druck, Nervosität
  • Das wird oft als „Unaufmerksamkeit" oder „Faulheit" interpretiert
  • Erste Anzeichen von Masking-Anstrengung

Jugendalter:

  • Interessen werden intensiv, soziale Gruppen erschöpfen, emotionale Achterbahnen
  • Das wird als „Pubertätsprobleme" oder „Stimmungsschwankungen" abgetan
  • Das Masking wird anstrengender, der innere Druck wächst

Erwachsenenalter:

  • Erschöpfung, Burnout, Masking fällt schwerer, soziale Überforderung
  • Oft erst jetzt wird es als „Depression" oder „Angststörung" diagnostiziert
  • Viele Frauen brechen erst zusammen, bevor eine richtige Diagnose gestellt wird

ADHS und Autismus im Alltag – Was Du erleben könntest

Aufmerksamkeit & Wahrnehmung:

  • ADHS: Deine Aufmerksamkeit springt zwischen Reizen, Ideen oder Tätigkeiten. Du verlierst oft den Fokus, kannst Dich aber bei starker Motivation „hyperfokussieren" – plötzlich vergißt Du Zeit und Raum.
  • Autismus: Deine Wahrnehmung ist fokussiert und detailorientiert. Du verlierst Dich tief in Details, aber siehst dann das große Ganze nicht.
  • ADHS-Betroffene sagen: „Ich kann mich auf alles konzentrieren – nur nicht auf das, was ich soll."
  • Autistische Menschen erleben: „Ich verliere mich so tief in Details, dass ich das große Ganze übersehe."

Struktur & Alltagshandeln:

  • ADHS: Routinen führen schnell zu Langeweile. Dein Alltag ist oft unorganisiert, Aufgaben bleiben unvollendet, Fristen verschwimmen. Du brauchst externe Strukturhilfen (Kalender, Apps, Erinnerungssysteme).
  • Autismus: Routinen spenden Dir Sicherheit. Struktur, Wiederholung und Vorhersagbarkeit sind wichtig, weil Änderungen Unsicherheit und Stress auslösen. Du baust Dir oft klare, selbst entwickelte Abläufe auf.

Emotion & Impulsivität:

  • ADHS: Deine Emotionen sind intensiv und wechselhaft. Es kommt zu plötzlichen Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Impulsivität. Du handelst oft spontan, unterbrichst Gespräche oder reagierst über – ohne dass Du das willst.
  • Autismus: Deine Emotionen werden kontrollierter gezeigt oder innerlich stark erlebt, aber weniger sichtbar. Wutausbrüche (Meltdowns) entstehen eher aus Reizüberlastung oder Stress durch Veränderungen, nicht aus Impulsivität.

Soziale Interaktion:

  • ADHS: Du wirkst kontaktfreudig, kommunizierst spontan und suchst den Austausch – aber manchmal bist Du zu direkt oder springst in Gesprächen abrupt zwischen Themen. Konflikte entstehen häufig durch Ungeduld oder Unterbrechungen.
  • Autismus: Du wirkst distanzierter, kommunizierst sachlicher oder zurückhaltend, meidest Blickkontakt und benötigst längere Pausen in Gesprächen. Missverständnisse entstehen eher, weil Du Schwierigkeiten hast, Mimik oder Ironie zu deuten.

Interessen & Motivation:

  • ADHS: Deine Interessen wechseln häufig, Du verlierst schnell das Interesse, sobald Neues seinen Reiz verliert. Deine Motivation hängt stark von emotionaler Stimulation ab – etwas ist entweder interessant oder völlig irrelevant.
  • Autismus: Deine Interessen sind tiefgehend und meist über Jahre konstant. Du verfolgst sie systematisch, fast wissenschaftlich, weniger impulsiv, aber mit hoher Ausdauer.

Anpassung & Stressverarbeitung:

  • ADHS: Stress entsteht durch Überforderung mit Struktur und Organisation. Veränderungen sind oft willkommen, solange sie spannend sind.
  • Autismus: Stress entsteht meist durch soziale Unsicherheit, Reizüberflutung oder plötzliche Veränderungen im gewohnten Ablauf. Soziale Erholung (z.B. „Shutdowns") ist wichtig.

Was bedeutet das für Dich?

Im Alltag sind ADHS und Autismus deutlich unterscheidbar: ADHS prägt Dynamik, Flexibilität und emotionale Intensität – oft chaotisch, kreativ und wechselhaft. Autismus zeigt Stabilität, Tiefgang und Strukturbedürfnis – oft analytisch, aber empfindlich gegenüber Reizänderungen.

Beide Profile bringen Herausforderungen, aber auch besondere Stärken in Wahrnehmung, Einfühlungsvermögen und Kreativität mit.

Die Frage nach der Diagnose: Wann solltest Du handeln?

Wenn Du erkennst, dass es mehr ist als Depression oder Angst – wenn diese Muster seit Jahren oder Jahrzehnten Teil Deines Lebens sind – dann ist es Zeit, eine Fachperson aufzusuchen, die sich mit genderspezifischen Aspekten bei ADHS und Autismus auskennt.

Eine richtige Diagnose bedeutet: Endlich verstehen, warum Du so bist. Endlich erkennen, dass Du nicht „faul" oder „zu sensibel" bist. Und endlich Zugang zu Unterstützung bekommen, die Dir wirklich hilft.

TEIL II: FÜR FACHPERSONAL – DIAGNOSTISCHE GRUNDLAGEN NACH S3, ICD-10 & ICD-11

Epidemiologie und Versorgungslücken

Prävalenz:

  • In Deutschland sind ca. 4,4 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren von ADHS betroffen
  • ADHS ist jedoch keine Kinderkrankheit: Bei etwa 60 % der Betroffenen bleiben wesentliche Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen – gerade hier bestehen umfassende Versorgungslücken

Das Geschlechterproblem:
Grundsätzlich tritt ADHS bei Frauen und Männern gleichermaßen auf, aber: Mädchen und Frauen werden im Vergleich um ein Vielfaches später diagnostiziert.

Gründe dahinter sind vielfältig: Frauen neigen dazu, ihre Verhaltensauffälligkeiten mit Coping-Mechanismen zu unterdrücken („Maskierung" der Symptome). Diese Mechanismen führen dazu, dass die Störung lange nicht erkannt wird. Aufgrund fehlender geschlechtsspezifischer Diagnosekriterien und -instrumente sowie unzureichender Sensibilisierung der Ärzteschaft, Eltern, Erzieher:innen und Lehrer:innen wird eine ADHS-Diagnose daher in vielen Fällen nur zufällig gestellt, wenn bei Patient:innen durch destruktive Bewältigungsstrategien Folgeerkrankungen wie Depressionen, Ess- oder Angststörungen auftreten.

Die Kosten der späten Diagnose:
Die späte Diagnose und Therapie führt nicht nur zu erheblichem Leidensdruck bei den Betroffenen, sondern auch zu unnötigen Mehrkosten für das Sozialsystem. Es ist also sowohl aus gesundheits- als auch aus versorgungspolitischer und finanzieller Perspektive sinnvoll, in diesem Bereich stärker tätig zu werden.

Definitionen: Neuronale Entwicklungsstörungen verstehen

ADHS:
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ist ein chronischer, häufig lebenslang anhaltender Zustand mit vornehmlich biologischem und genetischem Ursprung. ADHS ist als neuronale Entwicklungsstörung definiert. Sie zeichnet sich vor allem durch die drei Kernsymptome Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität aus.

Begleiterkrankungen (Komorbiditäten):
ADHS geht oft mit anderen Begleiterkrankungen einher – wie unter anderem Angst- oder Persönlichkeitsstörungen, Bipolarität oder Depressionen. Diese Begleiterkrankungen entwickeln sich erst später im Laufe des Lebens. ADHS-Patient:innen leiden unter zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, der schulischen bzw. beruflichen Leistungsfähigkeit sowie der Teilhabe an anderen (sozialen) Lebensbereichen.

Autismus (nach ICD-11):
Autismus wird durch andauernde Muster in sozialer Kommunikation und sozialer Interaktion, kombiniert mit restriktiven oder repetitiven Verhaltensmustern oder Interessen, charakterisiert. Sensorische Besonderheiten (z.B. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen) sind nun ein fester Bestandteil der Kriterien.

Diagnostik nach S3-Leitlinie (ADHS)

Die evidenz- und konsensbasierte S3-Leitlinie (AWMF 028-045) empfiehlt eine interdisziplinäre Diagnostik, die folgende Schritte umfasst:

  1. Psychiatrische Anamnese: Entwicklungsgeschichte, psychosoziale Belastungen, komorbide Störungen
  2. Differentialdiagnose: Ausschluss organischer und psychischer Ursachen, insbesondere Depression, Angststörung, Trauma
  3. Fremdanamnese: Einbezug von Eltern, Bezugspersonen oder Partnern
  4. Nachweis früher Symptome: ADHS-Beginn in der Kindheit (DSM/ICD: vor dem 12. Lebensjahr)
  5. Standardisierte Symptomskalen: Anwendung validierter Testverfahren (z.B. CAARS, WURS, ASRS)
  6. Testpsychologische Leistungsdiagnostik: Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen und Gedächtnis werden geprüft

Besonderheit bei Frauen und Mädchen:
Symptome sind oft internalisierend – d.h. weniger Hyperaktivität, mehr Tagträumen, emotionale Labilität und Reizüberempfindlichkeit. Zudem kompensieren sie durch Anpassung an soziale Erwartungen. Ein sensibler, genderspezifischer Zugang ist notwendig, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Diagnostik nach ICD-10 / ICD-11 (Autismus)

Die ICD-11 (WHO, 2022) hat die Diagnostik des Autismus modernisiert:

  • Erfasst werden soziale und kommunikative Schwierigkeiten zusammen mit restriktiven oder repetitiven Verhaltensmustern
  • Sensorische Besonderheiten (z.B. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen) sind nun fester Bestandteil der Kriterien
  • Die ICD-11 erlaubt späte Diagnosen im Jugend- oder Erwachsenenalter, wenn Symptome erst mit steigenden Anforderungen sichtbar werden
  • Separate Codes kennzeichnen Autismus mit oder ohne Sprach- und kognitive Beeinträchtigung

Frauen und Masking:
Frauen zeigen häufig maskierte Symptome: Sie imitieren soziale Rollen, vermeiden direkte Reize oder entwickeln Spezialinteressen, die sozial akzeptiert sind (z.B. Tiere, Psychologie). Dadurch fallen sie seltener in klassischen Screening-Tools auf. Eine gendersensible Diagnostik und tiefgehende klinische Beobachtung über mehrere Settings ist essenziell.

Doppeldiagnose ADHS & Autismus (AuDHD)

Die ICD-11 ermöglicht erstmals offiziell die gleichzeitige Diagnose beider Störungen.

Früher wurde angenommen, ADHS und Autismus schlössen sich aus. Studien belegen heute jedoch, dass 30–80 % der Autistinnen auch ADHS-Merkmale zeigen.

Wichtige Aspekte:

  • Symptome können sich überlagern (z.B. Reizoffenheit, emotionale Überforderung)
  • Klassische ADHS-Medikamente können bei Autistinnen anders wirken, weshalb eine engmaschige klinische Begleitung nötig ist
  • Multidisziplinäre Teams (Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie, Pädagogik) sollten gemeinsam die Diagnostik und Versorgung planen

Leitfaden für Fachkräfte – Diagnoseschritte

DiagnoseschrittVorgehen laut LeitlinieGeschlechtsspezifische Hinweise
ScreeningValidierte Fragebögen (ADHS, ASS)Gefahr der Untererfassung bei „maskierenden" Frauen
AnamneseEntwicklung, Alltag, sensorische BelastungFragen zu Lebensrhythmus, sozialer Anpassung, Erschöpfung
FremdanamneseEltern, Partner, LehrerHäufig differenzierte Wahrnehmung durch Bezugspersonen
TestdiagnostikCAARS, WURS, ADOS-2, AQErgänzung um Beobachtungen aus realen Settings
DifferentialdiagnoseAusschluss Depression, Angst, TraumaKomorbidität prüfen, keine Ausschlussdiagnosen
RückmeldungPsychoedukation, partizipativBestätigung ohne Pathologisierung, Stärkenorientierung

Screening-Tools für Frauen mit Masking-Tendenzen

Kein einzelnes Tool erfasst Masking vollständig. Ein multimethodaler Ansatz ist erforderlich:

1. CAT-Q (Camouflaging Autistic Traits Questionnaire)

  • Entwicklung: Dr. Laura Hull (University of Bristol), 2019, inzwischen auf Deutsch validiert
  • Zweck: Misst explizit soziale Anpassung, Maskierungsintensität und emotionale Erschöpfung durch das Verbergen autistischer Merkmale
  • Besonderheit: Speziell relevant für Frauen, da sie überdurchschnittlich hohe Werte im Bereich „Kompensation" und „Assimilation" zeigen
  • Interpretation: Ab etwa 100 Punkten Hinweise auf starkes Masking-Verhalten, das weiterführende Diagnostik rechtfertigt
  • Anwendung: Selbstbeurteilung, als Ergänzung zur Autismus-Diagnostik

2. RAADS-R (Ritvo Autism Asperger Diagnostic Scale – Revised)

  • Zweck: Ein klinisch ausgerichtetes Screening-Tool für Erwachsene, das Frauen-spezifische Items und sozial-kompensatorische Eigenheiten erfasst
  • Besonderheit: Nützlich, um internalisierte, gut kompensierte Autismus-Merkmale zu erkennen (z.B. nonverbale Vermeidung, sensorische Überforderung, soziale Rollenanpassung)
  • Evidenz: Klinisch valide in diversen Studien; anerkannt als Screening-Instrument
  • Anwendung: Klinische Interviews und Diagnostikvorbereitung

3. AQ (Autism Spectrum Quotient) – Frauenversion

  • Zweck: Standardisiertes Selbstbeurteilungsinstrument, das in neueren Versionen um weiblich-zentrierte Skalen ergänzt wurde (z.B. subtile soziale Unsicherheit, überangepasste Kommunikation)
  • Eignung: Für initiales Online-Screening, insbesondere in Verbindung mit dem CAT-Q zur Erfassung von Masking plus Symptomlast
  • Evidenz: Modifizierte Versionen basieren auf Forschung zu Frauenautismus
  • Anwendung: Selbsttest, Eignung für Früh-Screening

4. WURS-k (Wender Utah Rating Scale, Kurzversion)

  • Zweck: Retrospektives Screening auf ADHS-Kindheitssymptome
  • Besonderheit: Erfasst internalisierende und kompensatorische Symptome besser als klassische ADHS-Fragebögen
  • Evidenz: Gute Validierung für weibliche ADHS-Profile
  • Anwendung: Ergänzend zum klinischen Interview

5. Geschlechtsspezifische ADHS-Screenings (z.B. Belle Health)

  • Zweck: Kombination ADHS & Autismus, Fokus weibliche Muster
  • Besonderheit: Zwei integrierte Mini-Checklisten, die typische weibliche Muster von ADHS und Autismus abbilden (z.B. Reizempfindlichkeit, chronische Überlastung, soziale Selbstüberwachung)
  • Eignung: Niedrigschwellige Orientierungshilfe, v.a. für Frauen mit Spätdiagnose-Verdacht
  • Evidenz: Neue Instrumente mit wachsender Evidenz
  • Anwendung: Online und in Praxen zur Initialdiagnostik

Hinweise für die Praxis:

  • Multimethodaler Ansatz: Maskierende Frauen benötigen parallele Anwendung unterschiedlicher Verfahren (z.B. RAADS-R + CAT-Q + Anamnese)
  • Beobachtung in Alltagssituationen: Symptomfreiheit im Interview schließt neurodivergente Muster nicht aus – subtile Überkompensation ist häufig
  • Fremdanamnese & Biographie: Berichte von Bezugspersonen, Kindheitssymptomen, sozialer Erschöpfung und Burnout-Geschichte sind unverzichtbar
  • Screening = Anfang, nicht Diagnose: Die erhobenen Werte zeigen Tendenzen, ersetzen aber keine strukturierte Diagnostik nach ICD-11-Kriterien

Maßnahmen zur Optimierung der Zusammenarbeit

Frühe und strukturierte Vernetzung:
Bereits bei Verdacht sollten Hausärzte, Fachärzte, Psychotherapeuten, Pädagogen und Sozialarbeiter systematisch miteinander in Kontakt treten. Gemeinsame Fallbesprechungen und abgestimmte Diagnostikpfade vermeiden Informationsverluste und reduzieren Dopplungen sowie Fehldiagnosen.

Einbezug multiprofessioneller Teams:
Diagnostik und Therapie sollten immer multiprofessionell erfolgen – idealerweise in speziellen Frühförderstellen, interdisziplinären Ambulanzen oder Netzwerken, die verschiedene Berufsgruppen vereinen.

Verwendung standardisierter Diagnosetools:
Um die Objektivität zu erhöhen, setzen interdisziplinäre Teams validierte Instrumente und strukturierte Beobachtungen ein, sodass Fachmeinungen aus verschiedenen Perspektiven einfließen und abgeglichen werden.

Transparente Kommunikation und Dokumentation:
Relevante Informationen (Anamnesen, Testergebnisse, Beobachtungen) müssen für alle beteiligten Fachleute zugänglich und nachvollziehbar sein, zum Beispiel über gemeinsame Dokumentationssysteme oder Case Management.

Rollenklärung und Kompetenzabgrenzung:
Ausdrückliche Definitionsabsprachen, wer wann welche Aufgaben und Entscheidungen übernimmt, reduzieren Reibungsverluste und verdeutlichen den Verlauf für alle Beteiligten, insbesondere für Patienten und Familien.

Angehörige und Betroffene beteiligen:
Die Teilhabe der Betroffenen sowie ihrer Bezugspersonen in multiprofessionellen Gremien (z.B. Hilfeplankonferenzen) verbessert die Praxisnähe der Diagnostik und sichert passgenaue Unterstützungsangebote ab.

Fort- und Weiterbildungen:
Kontinuierliche gemeinsame Fortbildungen zum aktuellen Stand der Forschung sowie zu genderspezifischen Aspekten sensibilisieren alle Berufsgruppen und fördern gegenseitiges Verständnis.

Schul- und Arbeitsplatzanpassungen

Anpassungen für Menschen mit ADHS:

Im schulischen Kontext:

  • Klare Struktur und Zeitmanagement: Nutzung von Zeitplänen, Checklisten, Erinnerungs-Apps, um Organisationsdefizite auszugleichen
  • Aufgaben in kleine Schritte gliedern: Komplexe Aufgaben werden handhabbar und bewältigbar
  • Bewegungspausen und aktive Lernformen: Körperliche Aktivität zwischendurch zur Regulation der Impulsivität und Aufmerksamkeit
  • Ermutigung und positive Verstärkung: Förderung der Selbstmotivation mit Feedback statt Strafen für Unaufmerksamkeit oder Vergesslichkeit
  • Flexiblere Prüfungsmethoden: Verlängerte Zeit, alternative Formate wie mündliche Prüfungen

Am Arbeitsplatz:

  • Flexibles Arbeiten: Möglichkeit zur Arbeit in Zeitfenstern mit hoher Konzentration, Pausenregelungen für Erholung
  • Aufgabenmanagement: Klare Prioritäten, Aufgaben in überschaubare Schritte aufteilen, strukturierte To-do-Listen
  • Reduktion von Ablenkungen: Ruhiger Arbeitsplatz, Nutzungsbegrenzung von Multitasking
  • Unterstützung bei Organisation: Digitale Tools, Assistenz bei Terminplanung oder Dokumentation
  • Klare Kommunikation: Direkte, verständliche Instruktionen und Erwartungsklärung

Anpassungen für Menschen mit Autismus:

Im schulischen Kontext:

  • Vorhersagbarkeit und Routine: Feste Zeiten und Abläufe schaffen Sicherheit (z.B. Stundenpläne sichtbar machen)
  • Sensorische Anpassungen: Ruhige Räume, Vermeidung von grellem Licht oder Lärm, Rückzugsorte anbieten
  • Soziale Kompetenzförderung: Gezieltes Training von Kommunikation, Umgang mit Gruppen und Konfliktvermeidung
  • Individualisierte Lernmethoden: Fokus auf Interessen und Stärken, Vermeidung von Überforderung durch zu viele soziale Reize
  • Klare und direkte Sprache: Vermeidung von Ironie, Metaphern oder Doppeldeutigkeiten im Unterricht

Am Arbeitsplatz:

  • Verlässliche Strukturen: Klare Arbeitszeiten, Details zu Aufgaben und Erwartungen im Voraus bekannt geben
  • Reizarmut: Anpassung des Arbeitsplatzes an sensorische Bedürfnisse (z.B. Beleuchtung, Lärmreduzierung)
  • Soziale Entlastung: Möglichkeit zu phasenweisem Rückzug, klare Kommunikation von sozialen Erwartungen
  • Interessenorientierte Aufgaben: Einsatz in Bereichen mit speziellen Interessen kann Motivation und Leistung fördern
  • Unterstützung bei Veränderungen: Frühzeitige Ankündigung von Änderungen, strukturierte Einführung neuer Abläufe

Gemeinsame Empfehlungen:

  • Sensibilisierung des Umfeldes: Aufklärung aller Beteiligten über neurodivergente Besonderheiten fördert Verständnis und Toleranz
  • Partizipation der Betroffenen: Individuelle Bedürfnisse sollten aktiv erfragt und berücksichtigt werden, um passgenaue Anpassungen zu ermöglichen
  • Multidisziplinäre Unterstützung: Einbindung von Fachleuten wie Schulpsychologen, Arbeitscoaches oder Sozialarbeitern sichert nachhaltige Lösungen

TEIL III: TAKEDA PHARMA – POSITIONSPAPIER ZUR VERSORGUNG VON FRAUEN MIT ADHS

Takeda setzt Maßstäbe: Ein Positionspapier mit klarem Auftrag

Im März 2024 hat sich die Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG mit einem Positionspapier zu ADHS bei Frauen öffentlich positioniert und damit Vorreiterarbeit geleistet. Das Papier fasst präzise zusammen, warum die Versorgung von Frauen mit ADHS in Deutschland nicht ausreicht – und welche konkreten Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen.

Die zentrale These

ADHS bei Frauen ist in Deutschland ein Versorgungsproblem. Grundsätzlich tritt ADHS bei Frauen und Männern gleichermaßen auf – aber Frauen werden im Vergleich um ein Vielfaches später diagnostiziert. Dies führt zu:

  • Leidensdruck bei den Betroffenen: Jahre oder Jahrzehnte ohne korrekte Diagnose und Behandlung
  • Unnötigen Mehrkosten für das Sozialsystem: Falschbehandlungen von Depressionen, Angststörungen oder Essstörungen statt Behandlung der eigentlichen Ursache

Aus gesundheitspolitischer, versorgungspolitischer und finanzieller Perspektive ist es daher sinnvoll und notwendig, in diesem Bereich stärker tätig zu werden.

Warum Frauen später diagnostiziert werden

Takeda identifiziert in seinem Positionspapier folgende Kernprobleme:

  1. Maskierung der Symptome: Frauen neigen dazu, ihre Verhaltensauffälligkeiten mit Coping-Mechanismen zu unterdrücken. Diese Anpassungsstrategien führen dazu, dass die Störung lange nicht erkannt wird.
  2. Fehlende geschlechtsspezifische Diagnosekriterien und -instrumente: Die vorhandenen Diagnoseverfahren sind oft nicht auf weibliche Präsentationen ausgerichtet.
  3. Unzureichende Sensibilisierung der Ärzteschaft, Eltern, Erzieher:innen und Lehrer:innen: Ein Systemversagen in der Früherkennung.
  4. Zufälligkeit der Diagnose: Oft wird ADHS erst diagnostiziert, wenn Folgeerkrankungen wie Depressionen, Ess- oder Angststörungen auftreten – also durch destruktive Bewältigungsstrategien verursacht werden.

Konkrete Maßnahmen nach Takeda

Takeda formuliert in seinem Positionspapier konkrete Forderungen zur Optimierung der Versorgung:

1. Stärkere Sensibilisierung von Fachpersonal für ADHS bei Frauen

  • Weiterbildungen und Schulungen von Ärzt:innen, Psycholog:innen, Therapeut:innen
  • Fokus auf genderspezifische Symptomatik und Masking-Phänomene

2. Entwicklung von frauenspezifischen Diagnosekriterien und -instrumenten

  • Förderung von Forschung zur besseren Erfassung weiblicher ADHS-Symptome
  • Anpassung bestehender Tools oder Entwicklung neuer Instrumente

3. Ausbau niedrigschwelliger Versorgungsangebote

  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs)
  • Telemedizinische Angebote
  • Vereinfachter Zugang zu Diagnostik und Beratung

4. Förderung von Forschungsvorhaben im Bereich ADHS bei Frauen im Erwachsenenalter

  • Mehr wissenschaftliche Evidenz für bessere Diagnostik und Behandlung
  • Langzeitstudien zur Effizienz verschiedener Interventionen

5. Mehr Aufklärung und Verbreitung von Informationen über adulte ADHS bei Frauen

  • Öffentlichkeitskampagnen
  • Aufklärung in der Bevölkerung und in Fachkreisen
  • Abbau von Stigmatisierung

Warum Takeda als Vorreiter gilt

Das Positionspapier von Takeda ist nicht nur eine Stellungnahme, sondern ein klares politisches und gesellschaftliches Bekenntnis: Ein Pharmaunternehmen übernimmt Verantwortung und benennt die Defizite im System klar beim Namen. Indem Takeda diese Forderungen öffentlich macht und mit ihrer Expertise zur Verfügung stellt, schafft das Unternehmen einen Anker für:

  • Bessere Versorgung: Durch konkrete Forderungen an Politik und Gesundheitssystem
  • Stigmaabbau: Durch öffentliche Thematisierung und Anerkennung der Problematik
  • Wissenschaftlichen Fortschritt: Durch die Förderung von Forschung im Bereich Frauengesundheit bei ADHS

Die Forderungen von Takeda sind nicht neu, aber ihre öffentliche, verbindliche Formulierung durch einen großen Akteur im Gesundheitswesen setzt ein Signal: ADHS bei Frauen ist kein Nischenthema – es ist ein Systemversagen, das behoben werden muss.

Handlungsaufträge aus dem Takeda-Positionspapier

Aus den Empfehlungen von Takeda ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag für verschiedene Stakeholder:

Für Politik & Gesundheitssystem:

  • Mittelbereitstellung für Forschung zu Frauengesundheit bei ADHS
  • Anpassung von Leitlinien auf Basis neuer Forschungsergebnisse
  • Regelwerk für Diagnostik und Behandlung überarbeiten

Für Fachleute:

  • Teilnahme an Weiterbildungen zu genderspezifischen Aspekten
  • Implementierung sensibler Screening-Methoden in der Praxis
  • Vernetzung und multidisziplinäre Zusammenarbeit

Für Patienten & Selbsthilfeorganisationen:

  • Ansprache des Themas in der Öffentlichkeit
  • Forderung nach besserer Versorgung bei Politikern und Krankenkassen
  • Unterstützung von Frauen und Mädchen, die einen Diagnostikweg einschlagen

ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK

Für Betroffene

Du bist nicht allein. Und Du bist nicht „kaputt".

Wenn Du jahrelang mit Depressionen, Angst oder Erschöpfung diagnostiziert wurdest, aber die Behandlung nicht wirklich hilft – dann ist es möglich, dass es ADHS oder Autismus ist. Dein Gehirn arbeitet einfach anders, nicht falsch.

Ein gendersensibles Fachpersonal kann Dir helfen, die richtigen Antworten zu finden. Und eine richtige Diagnose kann der Anfang einer echten Unterstützung sein – nicht die Etikettierung, sondern die Befreiung.

Deine Stimme zählt. Dein Erleben ist real. Es wird Zeit, dass das System das anerkennt.

Für Fachleute

Die moderne Diagnostik von ADHS, Autismus und AuDHD bei Frauen und Mädchen erfordert ein Zusammenspiel aus aktuellen S3-Leitlinien, ICD-11-Klassifikation, klinischer Erfahrung und Empathie.

Masking, geschlechtsspezifische Symptomatik und stereotype Erwartungshaltungen führen häufig zu Fehleinschätzungen wie Depression oder Anpassungsstörung. Nur eine mehrdimensionale, individuelle Diagnostik führt zu einer gerechten und wirksamen Versorgung.

Nutzt die Screening-Tools, nehmt an Fortbildungen teil, vernetzt euch multiprofessionell und gebt den Betroffenen die Stimme zurück, die ihnen gehört.

Für das System

Die Forderungen von Takeda zeigen: Es gibt einen klaren Weg nach vorne. Forschung, Sensibilisierung, Diagnostik-Tools und niedrigschwellige Zugänge – das sind keine utopischen Ziele, sondern konkrete, umzusetzende Maßnahmen.

Die Zeit für Handeln ist jetzt. ADHS und Autismus bei Frauen ist nicht ein Nischenproblem – es ist ein Systemversagen, das behoben werden kann.

ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk: Unsere Position und konkrete Hilfe

Der Weg zur richtigen Diagnose ist wichtig – doch danach beginnt erst die echte Arbeit. Wie hilft man sich selbst? Wie vernetzt man sich? Und wie setzen wir das um, was dieser Artikel fordert? Das ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk beantwortet diese Fragen mit konkreten Angeboten.

Warum dieser Artikel unsere Verbandsposition widerspiegelt

Alles, das Sie oben gelesen haben – die Forderung nach genderspezifischer Diagnostik, das Wissen über Masking, die Kritik an späten Diagnosen, die Forderung nach Takeda-Standards – das sind unsere täglichen Kämpfe. Der Verband setzt sich dafür ein, dass:

  • Frauen und Mädchen früher erkannt werden – nicht erst beim Zusammenbruch
  • Fachleute bessere Werkzeuge bekommen – um die richtige Diagnose zu stellen
  • Betroffene sich nicht allein fühlen – sondern in einer Community aufgehoben sind
  • Masking als das erkannt wird, was es ist – eine Überlebensstrategie, keine Lösung

Dies ist nicht nur eine Theorie für uns – es ist unsere Praxis, jeden Tag mit tausenden von Betroffenen.

Fazit

Die korrekte Diagnostik von ADHS, Autismus und AuDHD bei Frauen und Mädchen in Deutschland ist möglich – mit den richtigen Werkzeugen, dem richtigen Wissen und dem richtigen Willen.

Für Betroffene: Du bist nicht „zu sensibel" oder „faul" – Dein Gehirn arbeitet einfach anders.

Für Fachpersonal: Eure Sensibilität und Fachkompetenz können Leben verändern.

Für Takeda und andere Akteure: Danke, dass Ihr eine Stimme in diesem wichtigen Thema seid – und danke für die klaren Forderungen zum Handeln.

Es ist Zeit, dass Frauen und Mädchen mit ADHS und Autismus endlich gehört werden. Nicht mit Wenigstens, sondern mit voller Kraft.

  • ADHS
  • Frauen
  • Diagnostik
  • Autismus-Spektrum-Störungen
  • Symptome
  • Masking
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