Warum Ihre Daten im ADHS & Autismus Adressverzeichnis gespeichert werden!
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Polemix -
2. Januar 2026 um 21:17 -
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In der ADHS & Autismus Community bestimmst du, wie, wann und wo du teilnimmst tausche dich mit Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften aus, die deine Herausforderungen verstehen. Sei es das digitale Selbsthilfegruppenforum (bundesweit) , die professionelle Beratung & Selbsthilfegruppe vor Ort in Bad Vilbel, die Plattform ehrenamtlich mitgestalten oder spezialisierte Fachkontakte & Anlaufstellen im bundesweiten Netzwerk nutzen – wähle deinen persönlichen Weg.
- Wie funktioniert unser Adressverzeichnis?
- Warum dieses Verzeichnis für Menschen mit ADHS und Autismus so bedeutsam ist
- Die Konsequenzen, wenn eine Adresse aus dem Verzeichnis gelöscht wird
- Warum unser Adressverzeichnis rechtlich zulässig ist
- Berechtigte Interessen nach DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f
- Die wichtigsten Urteile des Bundesgerichtshofs
- Die rechtliche Realität: Löschungsrecht vs. Widerspruchsrecht
- Wichtig: Was sind legitime Gründe – und was nicht?
- Keine legitimen Gründe für Löschung
- Rechtsquellen und Basis dieser Erklärung
Der ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V. setzt sich dafür ein, dass Menschen mit ADHS und Autismus-Spektrum-Störung Zugang zu spezialisierter Unterstützung haben. Unser Adressverzeichnis ist ein zentrales Instrument dieser Mission – und es ist vollständig mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vereinbar.
Diese Seite richtet sich an Fachkräfte, Einrichtungen und Organisationen, die in unserem Verzeichnis gelistet sind. Sie erklärt die rechtliche Grundlage unserer Arbeit transparent und verständlich, basierend auf aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Wenn Sie verstehen möchten, warum wir Ihre Daten speichern und veröffentlichen – und was das rechtlich bedeutet – finden Sie hier die Antworten.
Die Bedeutung dieses Verzeichnisses für die Community
Die Zahlen sprechen für sich:
- 5.000+ geprüfte Einträge seit 2021
- 180+ Helfer aus der Community haben aktiv mitgewirkt
- 2+ Millionen Aufrufe zeigen den enormen Bedarf
Täglich nutzen Menschen mit ADHS und Autismus dieses Verzeichnis, um Unterstützung zu finden – ob medizinische Versorgung, therapeutische Hilfe, Selbsthilfegruppen oder Orte, an denen sie sich verstanden fühlen.
Wie funktioniert unser Adressverzeichnis?
Unser Adressverzeichnis wird von vielen Helfern aus der Community gepflegt. Das ist wichtig zu verstehen: Dieses Verzeichnis ist nicht einfach nur eine Datenbank. Es ist das Ergebnis von gegenseitiger Unterstützung – Menschen mit ADHS und Autismus helfen anderen Menschen mit ADHS und Autismus, die richtigen Fachkräfte zu finden.
Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen:
- Von Einrichtungen selbst: Ärzte, Therapeuten, Kliniken, Vereine und Organisationen tragen ihre eigenen Daten ein und aktualisieren sie selbst
- Aus öffentlichen Registern: Ärztekammer, Psychotherapeuten-Verzeichnisse und ähnliche offizielle Quellen, wo Ihre Qualifikation bereits dokumentiert ist
- Von der Community: Betroffene selbst geben uns Hinweise auf Fachkräfte, die ihnen geholfen haben (z.B. "Arzt XY behandelt ADHS wirklich kompetent"), auf Selbsthilfegruppen, auf autismusfreundliche Arbeitgeber oder auf Orte, an denen sich Betroffene verstanden und akzeptiert fühlen
- Von unserem Team: Wir recherchieren aktiv, prüfen alle Einträge auf Plausibilität und achten darauf, dass sie für unsere Community tatsächlich relevant sind
Alle Datenquellen sind dokumentiert: Im Feld "www" jedes Eintrags sind die Quellen angegeben, aus denen wir die Information bezogen haben. Sie können also transparent nachvollziehen, woher Ihre Daten kommen.
Warum dieses Verzeichnis für Menschen mit ADHS und Autismus so bedeutsam ist
Um die rechtliche Situation richtig verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, was dieses Verzeichnis für die Betroffenen bedeutet.
Das Problem ohne spezialisiertes Verzeichnis
Menschen mit ADHS und Autismus haben ein grundsätzliches Problem bei der Suche nach Unterstützung:
- Lange, erschöpfende Recherche: Menschen mit ADHS und Autismus müssen viel Zeit und Energie investieren, um eine passende Fachkraft zu finden – und gerade diese Zeit und Energie ist für sie besonders knapp
- Allgemeine Verzeichnisse helfen nicht: Ein normales Ärzteverzeichnis zeigt nicht, wer ADHS oder Autismus wirklich versteht und kompetent behandelt. Man muss durch hunderte von Einträgen scrollen und dann anrufen, um zu fragen – was für viele Menschen mit Autismus bereits eine Überwindung darstellt
- Verlust von Community-Wissen: Wenn es kein zentrales Verzeichnis gibt, bleibt das Wissen, das Betroffene über gute Fachkräfte sammeln, in privaten Chats und Facebook-Gruppen verloren. Neue Betroffene müssen dann wieder bei Null anfangen
- Unterversorgung bleibt unsichtbar: Die großen Lücken in der Versorgung – besonders in ländlichen Regionen – werden nicht dokumentiert. Niemand sieht, wo es zu wenig Fachkräfte gibt. Politiker, neue Ärzte und Therapeuten sehen nicht, wo Bedarf besteht.
Was dieses Verzeichnis verändert
Unser Verzeichnis löst dieses Problem mehrfach:
Für Menschen mit ADHS und Autismus:
- ✅ Zentrale Anlaufstelle: Alle geprüften, relevanten Angebote für Menschen mit ADHS und Autismus an einem Ort – spezialisierte Fachkräfte, Therapeuten, Kliniken, Selbsthilfegruppen, autismusfreundliche Arbeitgeber oder Orte, an denen sich Betroffene verstanden und unterstützt fühlen. Alles spezialisiert auf ADHS und Autismus.
- ✅ Zeitersparnis: Statt Stunden vergeblicher Recherche: gezielter Zugriff auf 1.700+ bewährte, von der Community empfohlene Einträge. Menschen mit ADHS und Autismus können sich direkt auf die relevanten Angebote konzentrieren.
- ✅ Community-Wissen sichtbar machen: Betroffene empfehlen die Fachkräfte und Angebote, die ihnen selbst geholfen haben. Dieses wertvollste aller Wissensquellen wird nicht mehr in privaten Nachrichten verloren, sondern zentral für alle verfügbar gemacht.
- ✅ Qualitätssicherung: Jeder Eintrag wird geprüft. Die Voraussetzung ist: Es muss ein echtes, relevantes Angebot für Menschen mit ADHS und Autismus geben – sei es therapeutisch, medizinisch, beraterisch oder auch einfach ein Ort, an dem sich Betroffene verstanden, akzeptiert und unterstützt fühlen. Die Person oder Einrichtung muss zeigen, dass sie Menschen mit ADHS/Autismus wirklich hilft.
- ✅ Transparente Quellen: Im "www"-Feld sehen Nutzer sofort, woher jede Information kommt. Das schafft Vertrauen.
- ✅ Ständige Aktualität: 140+ Helfer aus der Community halten die Daten kontinuierlich aktuell. Wenn sich etwas ändert – neue Öffnungszeiten, neue Qualifikationen, Adressenwechsel – wird es schnell aktualisiert.
Für Fachkräfte und Einrichtungen:
Auch Sie nutzen dieses Verzeichnis – um Ihre Patienten und Klienten besser zu versorgen:
- ✅ Vernetzung und Kooperation: Ärzte nutzen das Verzeichnis, um ihre Patienten an Therapeuten zu verweisen. Therapeuten verweisen an spezialisierte Kliniken. Beratungsstellen vernetzen sich mit Selbsthilfegruppen. Das Verzeichnis wird zur Infrastruktur der Zusammenarbeit.
- ✅ Bessere Patientenversorgung: Wenn Sie eine Person mit ADHS oder Autismus behandeln und Sie brauchen eine spezialisierte Weiterverweisung – Sie können das Verzeichnis nutzen, um die beste Fachkraft in der Region zu finden. Das verbessert die Behandlungskontinuität für Ihre Patienten.
- ✅ Erkennen von Versorgungslücken: Das Verzeichnis macht sichtbar, wo es zu wenige Fachkräfte gibt. Ärzte, Therapeuten und auch Politiker sehen konkret: "In der Wetterau gibt es nur einen Psychiater, der Autismus diagnostiziert" oder "Keine Fachklinik für Erwachsene mit ADHS im Umkreis von 50km". Das führt zu Veränderungen – neue Fachkräfte lassen sich in unterversorgten Regionen nieder, weil sie sehen, wo der Bedarf ist.
- ✅ Berufliche Vernetzung: Sie sehen andere spezialisierte Kollegen in Ihrer Region und können sich austauschen, zusammenarbeiten, gegenseitig Patienten empfehlen.
Für die Gesamtgesellschaft:
- ✅ Unterversorgung wird sichtbar gemacht: Das Verzeichnis dokumentiert erstmals konkret, wo es in Deutschland Lücken in der ADHS- und Autismus-Versorgung gibt. Das ist ein politisches Instrument – es zeigt Behörden, Krankenkassen und dem Gesundheitssystem, wo Handlungsbedarf besteht.
- ✅ Anreiz für neue Fachkräfte: Wenn eine Region im Verzeichnis als unterversorgt erkennbar ist, kann das Ärzte und Therapeuten anziehen, sich dort niederzulassen. Das Verzeichnis ist ein Marker für Versorgungsbedarf.
- ✅ Datenbasis für Gesundheitspolitik: Die aggregierten Daten aus dem Verzeichnis können helfen, bessere Gesundheitspolitik zu machen. Wenn man sieht, dass in Bayern 500 Einträge existieren aber in Mecklenburg-Vorpommern nur 50, dann wird ein Problem sichtbar, das vorher statistisch verborgen war.
Warum das für Betroffene lebensverändernd ist
Für Menschen mit ADHS und Autismus ist eine richtige Diagnose und passende Unterstützung nicht einfach ein "nettes Angebot". Es ist die Grundlage für vieles:
- Gesundheit und Selbstverständnis: Endlich zu verstehen, warum man „anders" ist – das ändert das ganze Leben. Statt Schuldgefühle gibt es Selbstmitgefühl und richtige Unterstützung.
- Berufliches Leben: Mit richtiger Unterstützung und dem Verständnis für die eigenen Stärken und Herausforderungen öffnen sich völlig neue Möglichkeiten am Arbeitsmarkt. Menschen können produktiver sein und weniger unter Burnout leiden.
- Persönliche Beziehungen: Wenn man sich selbst versteht und die richtige Unterstützung hat, verbessern sich Beziehungen zu Familie, Freunden und Partnern dramatisch.
- Selbstwertgefühl und Würde: Das ist vielleicht das Wichtigste: Menschen mit ADHS und Autismus verdienen es, ihre Neurodivergenz nicht als Defekt zu sehen, sondern als Teil ihrer Identität zu verstehen.
Dieses Verzeichnis ermöglicht all das. Deshalb ist es so wichtig.
Die Konsequenzen, wenn eine Adresse aus dem Verzeichnis gelöscht wird
Um die rechtliche Situation zu verstehen, ist es wichtig zu sehen, was passiert, wenn wir einen Eintrag entfernen – und welche realen Auswirkungen das auf Menschen mit ADHS und Autismus hat.
Konkrete negative Folgen für die Community
Wenn wir eine Fachkraft oder ein Angebot aus unserem Verzeichnis entfernen:
- ❌ Betroffene verlieren Zugang: Menschen, die diese Fachkraft oder dieses Angebot gesucht haben oder gesucht hätten, finden es nicht mehr. Ein Angebot, das ihnen hätte helfen können, ist für sie plötzlich unerreichbar.
- ❌ Diagnosen bleiben aus: Menschen mit undiagnostiziertem ADHS oder Autismus, die diese spezialisierte Fachkraft hätten aufsuchen können – und die nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie das Verzeichnis gefunden hätten – werden nicht diagnostiziert. Ihre Chance auf Hilfe ist verloren.
- ❌ Bewährte Unterstützung wird unerreichbar: Menschen, die sich bei dieser Fachkraft oder in dieser Gruppe verstanden, akzeptiert und unterstützt gefühlt haben, verlieren diese wichtige Ressource. Für sie war diese Stelle oft ein Leuchtturm.
- ❌ Community-Empfehlungen werden wertlos: 140+ Community-Mitglieder haben diese Fachkraft oder dieses Angebot empfohlen – weil es ihnen geholfen hat. Jetzt verlieren neue Betroffene dieses wertvollste aller Wissensquellen.
- ❌ Fachkräfte verlieren Vernetzungsmöglichkeiten: Ärzte und Therapeuten können diese Fachkraft nicht mehr empfehlen, nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten, nicht mehr auf sie verweisen. Das schwächt die ganze Versorgungsinfrastruktur.
- ❌ Ressourcen werden vertan: Die Recherche anderer Betroffener muss von vorne beginnen. Menschen investieren wieder Stunden ihrer knappen Energie.
- ❌ Regionale Versorgungslücke wird unsichtbar: Wenn spezialisierte Fachkräfte aus unterversorgten Regionen gelöscht werden, werden die Lücken wieder unsichtbar. Die dringend notwendige Sichtbarmachung von Unterversorgung wird rückgängig gemacht. Das hat Folgen: Neue Fachkräfte sehen nicht mehr, wo Bedarf besteht. Politiker sehen nicht mehr, wo investiert werden muss.
Das ist kein „Recht auf Vergessen" – es ist Schadenszufügung
Das muss deutlich gesagt werden: Während eine Fachkraft, eine Einrichtung oder Organisation ein theoretisches datenschutzrechtliches Interesse daran haben kann, nicht in Verzeichnissen genannt zu werden, hat eine Person mit ADHS ein elementares Recht auf Zugang zu Informationen, die ihr Leben verbessern kann.
Die Bundesgerichtshof-Rechtsprechung erkennt genau diesen Konflikt an – und sie gewichtet das Gemeinwohl, die Gesundheitsversorgung und die Interessen der vulnerablen Gruppe (Menschen mit ADHS und Autismus) deutlich höher als die Bequemlichkeit einzelner Fachkräfte oder Organisationen, nicht in spezialisierten Verzeichnissen genannt zu werden.
Das ist rechtlich und ethisch korrekt. Weil der Schaden bei einer Löschung größer ist als der Nutzen.
Warum unser Adressverzeichnis rechtlich zulässig ist
Die Rechtsgrundlage: Öffentlich verfügbare Daten
Unser Adressverzeichnis enthält ausschließlich Informationen, die bereits öffentlich verfügbar sind oder von den Einrichtungen selbst öffentlich gemacht werden:
- Praxisadressen, Telefonnummern und Webseiten (teilweise selbst gewählt und veröffentlicht von den Fachkräften)
- Öffnungszeiten und Kontaktdaten (häufig von den Einrichtungen selbst öffentlich gemacht)
- Qualifikationen und Spezialisierungen (aus öffentlichen Registern wie Ärztekammer oder Psychotherapeutenverzeichnis)
- Informationen aus öffentlichen Registern
- Von Organisationen selbst veröffentlichte Daten auf ihren Webseiten
- Angaben, die Teil der beruflichen Identität sind und bewusst öffentlich gemacht wurden
Wir speichern und veröffentlichen NICHT:
- Patientendaten
- Gesundheitsdaten oder Diagnosen
- Finanzielle Informationen
- Private Wohnadressen (nur Geschäftsadressen, sofern private und geschäftliche Adressen unterschiedlich sind)
- Private Familiendaten
Das ist ein wichtiger Unterschied: Wir machen Ihre Daten nicht „zum ersten Mal öffentlich". Sie sind bereits öffentlich. Wir machen sie nur für eine spezifische Zielgruppe zugänglich.
Berechtigte Interessen nach DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren wegweisenden Urteilen bestätigt, dass die Zusammenstellung und Veröffentlichung von öffentlich zugänglichen Daten unter bestimmten Bedingungen völlig zulässig ist. Diese Rechtsprechung gilt direkt auf spezialisierte Adressverzeichnisse wie unseres an.
Konkrete berechtigte Interessen für unser Verzeichnis:
1. Gemeinwohl und Gesundheitsversorgung (Höchste Priorität)
Menschen mit ADHS und Autismus benötigen spezialisierte Fachkräfte und Unterstützungsangebote. Die Zusammenstellung solcher Informationen trägt direkt zur Gesundheitsversorgung bei – das ist ein öffentliches Interesse von höchster Bedeutung.
Besonders wichtig: Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung leiden oft unter Informationsüberflutung. Eine strukturierte, spezialisierte, übersichtliche Sammlung ist für sie nicht nur hilfreich, sondern oft die Voraussetzung dafür, überhaupt Unterstützung zu finden.
2. Informationsfreiheit und Leistungstransparenz
Menschen haben ein berechtigtes Interesse daran, Informationen zu finden, die ihnen helfen, geeignete Fachkräfte und Angebote zu finden. Unser Verzeichnis macht diese Informationen erstmals systematisch und spezialisiert zugänglich – nicht für Wirtschaft, sondern speziell für Menschen mit ADHS und Autismus.
Das entspricht dem Gedanken einer informierten Gesellschaft, Verbraucherschutz und Selbstbestimmung. Menschen sollen wissen, wo sie Hilfe bekommen.
Wichtig: Viele der gelisteten Einrichtungen tragen ihre Daten selbst ein und teilen damit aktiv mit, dass sie für die Community erreichbar sein möchten. Sie haben sich bewusst entschieden, im Verzeichnis gelistet zu sein.
3. Community-getriebenes Wissen und gegenseitige Unterstützung
Betroffene selbst teilen Hinweise darauf, welche Fachkräfte ADHS oder Autismus wirklich verstehen und kompetent behandeln. Sie weisen auf autismusfreundliche Arbeitgeber hin. Sie empfehlen Selbsthilfegruppen. Sie teilen, wo sie sich verstanden gefühlt haben.
Dieses Wissen ist wertvoll und würde sonst verloren gehen – in privaten Chats und Gruppen, für neue Betroffene unerreichbar. Die Community ist die beste Quelle für praktische, lebensweltliche Informationen. Dieses gegenseitige Helfen zu ermöglichen ist ein berechtigtes Interesse.
4. Sichtbarmachung von Versorgungslücken und Förderung von Infrastruktur
Das Verzeichnis macht erstmals sichtbar, wo es in Deutschland Lücken in der ADHS- und Autismus-Versorgung gibt. Das hat mehrere wichtige Folgen:
- Es zeigt Politikern, Krankenkassen und Behörden, wo Investitionen notwendig sind
- Es signalisiert neuen Fachkräften, wo Bedarf besteht – und kann sie dazu bewegen, sich in unterversorgten Regionen niederzulassen
- Es hilft bei der strategischen Planung von Gesundheitsinfrastruktur
Das ist ein legitimes Interesse – sowohl für die Gesellschaft als auch für die Betroffenen.
5. Neutralität und Sachlichkeit
Wir präsentieren Daten ohne Bewertung oder kommerzielle Absicht. Es gibt keine unlauteren Geschäftspraktiken, keine versteckte Werbung, keine Bevorzugung zahlender Kunden. Das Verzeichnis dient ausschließlich der gemeinnützigen Orientierung.
Nutzer können optional Erfahrungen und Bewertungen zu Einträgen teilen – das ist Community-Feedback, keine redaktionelle Bewertung unsererseits. Wir selbst bewerten nicht.
Einrichtungen, die sich selbst eintragen, entscheiden bewusst über die Veröffentlichung ihrer Daten. Sie müssen nicht, aber viele wollen, dass Menschen mit ADHS und Autismus sie finden.
Rechtliche Interessenabwägung nach DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f
Nach DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f ist die Verarbeitung personenbezogener Daten nur zulässig, wenn:
- die Verarbeitung zur Wahrung berechtigter Interessen erforderlich ist UND
- diese Interessen die Rechte der betroffenen Person nicht überwiegen
In unserem Fall fällt die Abwägung sehr klar zugunsten des Verzeichnisses aus:
Die wichtigsten Urteile des Bundesgerichtshofs
BGH VI ZR 489/19 und VI ZR 488/19 vom 12. Oktober 2021
Der Bundesgerichtshof hat in diesen bahnbrechenden Urteilen entschieden, dass Adressverzeichnisse mit öffentlich verfügbaren Fachkräfte-Daten grundsätzlich völlig rechtmäßig sind – auch ohne vorherige Zustimmung der Betroffenen.
Was der BGH konkret festgestellt hat:
- Ein Portal oder Verzeichnis, das öffentlich verfügbare Daten sammelt, erfüllt eine „von der Rechtsordnung gebilligte und gesellschaftlich erwünschte Funktion". Das ist genau das, was wir tun.
- Die Verarbeitung solcher beruflichen Basisdaten ist erforderlich für einen funktionierenden Informationsdienst. Ohne die Daten könnte das Verzeichnis gar nicht existieren.
- Betreiber solcher Verzeichnisse nehmen berechtigte Interessen wahr – sowohl ihre eigenen (als gemeinnützige Organisation) als auch die Interessen der Nutzer (Menschen mit ADHS und Autismus).
- Die Interessen der betroffenen Fachkräfte überwiegen in der Regel nicht, sofern das Verzeichnis neutral und sachlich bleibt. Bei einem gemeinnützigen, bewertungsfreien Verzeichnis wie unserem ist das klar erfüllt.
Diese Urteile bestätigen die Rechtmäßigkeit von Adressverzeichnissen. Unser gemeinnütziges, neutrales Verzeichnis hat dabei eine noch stärkere Rechtsbasis als kommerzielle Plattformen: Wir verfolgen keine wirtschaftlichen Ziele, wir selbst bewerten nicht, und alles dient der Gesundheitsversorgung einer vulnerablen Gruppe.
Diese Urteile sind klar und eindeutig. Das ist die aktuelle Rechtsprechung. Sie schützen Verzeichnisse wie unseres.
BGH VI ZR 60/21 vom 13. Dezember 2022
Ein neueres Urteil bestätigt diese Rechtslinie noch einmal: Plattformen dürfen allgemein zugängliche Daten speichern und sammeln, weil ein Fall berechtigter Interessen vorliegt. Die Plattform verschafft der Öffentlichkeit „einen geordneten Überblick" – genau das ist unser Ziel.
Diese Urteile sind klar und eindeutig. Das ist die aktuelle Rechtsprechung. Sie schützen Verzeichnisse wie unseres.
Die rechtliche Realität: Löschungsrecht vs. Widerspruchsrecht
Dies ist der wichtigste Abschnitt, wenn Sie verstehen möchten, welche Rechte Sie haben – und welche nicht. Dieser Abschnitt bezieht sich auf alle Arten von Einträgen in unserem Verzeichnis: Ärzte, Therapeuten, Kliniken, Selbsthilfegruppen, Vereine, Beratungsstellen, autismusfreundliche Arbeitgeber und alle anderen Angebote.
❌ Es gibt keinen automatischen Anspruch auf Löschung
Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haben Fachkräfte, Einrichtungen, Organisationen und Angebote keinen Anspruch darauf, ihre Basisdaten aus einem sachlich neutralen Adressverzeichnis gelöscht zu bekommen – sofern nur öffentliche berufliche Informationen enthalten sind.
Dies gilt insbesondere, wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind:
- Das Verzeichnis ist rein informativ (keine Bewertungsfunktion des Betreibers, keine versteckte Werbung)
- Es dient der Orientierungshilfe für Menschen mit spezifischen Bedürfnissen
- Es ist gemeinnützig und nicht gewinnorientiert
- Es verwendet nur neutrale, sachliche Basisdaten (der Betreiber selbst bewertete nicht; Nutzerbewertungen sind optionales Community-Feedback)
- Die Daten sind bereits öffentlich verfügbar
All diese Punkte treffen auf unser Verzeichnis zu.
Dieser Grundsatz wurde vom BGH mehrfach bestätigt. Die rechtliche Begründung ist die Abwägung nach DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f, die ich oben beschrieben habe:
Die berechtigten Interessen der Nutzer (Menschen mit ADHS und Autismus) und des Verzeichnisses überwiegen die Interessen der Fachkräfte, Einrichtungen und Organisationen, nicht in einem Verzeichnis genannt zu werden – gerade weil es um Gesundheit und Gemeinwohl geht.
Das ist nicht willkürlich. Das ist die bewusste Entscheidung der Rechtsprechung: Gesundheit der Bevölkerung geht vor persönlicher Bequemlichkeit.
✅ Es gibt ein Widerspruchsrecht – mit realistischen Grenzen
Sie haben das Recht, gegen die Verarbeitung Ihrer Daten Widerspruch einzulegen. Das ist in DSGVO Artikel 21 geregelt.
Was das konkret bedeutet:
Sie können uns schriftlich mitteilen, dass Sie nicht im Verzeichnis gelistet sein möchten. Sie können Ihre Gründe und Bedenken darstellen. Wir werden Ihren Widerspruch sorgfältig und fair prüfen.
Was dann passiert – die ehrliche Antwort:
- Wir können Ihren Widerspruch ablehnen, wenn berechtigte Gründe überwiegen
- Bei einem neutral und sachlich geführten Adressverzeichnis, das Menschen mit ADHS und Autismus bei der Gesundheitsversorgung hilft, werden diese berechtigten Gründe in der Regel deutlich bestehen bleiben
- Es gibt keinen automatischen Anspruch auf Löschung nach einem Widerspruch
Praktisch bedeutet das: Ein Widerspruch einzulegen ist Ihr gutes Recht. Das ist auch ein wichtiges Signal an uns. Aber es führt nicht automatisch dazu, dass wir Sie löschen.
Das muss klar sein. Alles andere wäre irreführend.
Wichtig: Was sind legitime Gründe – und was nicht?
Dies ist eine wichtige Unterscheidung, die ich treffen muss.
Legitime Gründe für einen Widerspruch
Wir werden einen Widerspruch ernst nehmen und genau überprüfen, wenn:
✅ Datenschutz-Gründe:
- Ihre Daten sind fehlerhaft (z.B. falsche Adresse, veraltete Telefonnummer): Wir korrigieren diese sofort. Das ist einfach und unkompliziert.
- Es gibt nachweisbare, dokumentierte Sicherheitsrisiken, die speziell durch die Listung in unserem Verzeichnis entstehen (z.B. wiederholte Belästigungen oder Bedrohungen durch Nutzer unseres Verzeichnisses). Das ist ein echter Sicherheitsgrund und wird ernst genommen.
- Ihre Daten sind veraltet, weil Sie ADHS/Autismus nicht mehr behandeln/unterstützen (z.B. Ruhestand, Spezialisierungswechsel zu einem anderen Bereich): Das ist ein legitimer Grund für Löschung. Dann können wir den Eintrag entfernen.
- Es gibt einen dokumentierten Missbrauch Ihrer Daten durch Nutzer des Verzeichnisses
- Es gibt nachweisbare Sicherheitsrisiken, die speziell durch die Listung in unserem Verzeichnis entstehen (z.B. wiederholte Belästigungen oder Bedrohungen durch Nutzer)
✅ Berufliche Gründe:
- Sie behandeln/unterstützen ADHS/Autismus nicht mehr (z.B. Ruhestand, Spezialisierungswechsel zu einem anderen Bereich)
- Ihre Qualifikation oder Ihr Angebot entspricht nicht länger unserem Standard (z.B. Sie haben sich auf ein anderes Gebiet spezialisiert)
- Sie bieten explizit keine neuen Patienten/Klienten an, aber werden trotzdem im Verzeichnis als Anlaufstelle gelistet
- Eine Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle existiert nicht mehr
In diesen Fällen werden wir mit Ihnen konstruktiv sprechen und eine Lösung finden.
Keine legitimen Gründe für Löschung
Dies sind Gründe, die zu einer Ablehnung des Widerspruchs führen werden:
❌ Persönliche Differenzen mit dem Beratungsnetzwerk oder seinen Mitarbeitern
Nur weil Sie mit unserer Organisation nicht einverstanden sind, verlieren Sie nicht das Recht, öffentlich als eine Fachkraft bekannt zu sein, die Menschen mit ADHS und Autismus hilft. Das ist eine klare Grenzziehung: Das Verzeichnis ist nicht abhängig von Ihrer persönlichen Beziehung zu uns.
❌ Wunsch nach Kontrolle über Ihre Online-Präsenz / "generelle Nicht-Öffentlichkeit"
Sie sind bereits im Ärzteverzeichnis der Kammer gelistet. Sie haben eine Webseite, die öffentlich zugänglich ist. Sie werden wahrscheinlich auf Google Maps, in anderen Verzeichnissen und Plattformen gefunden. Wir machen diese existierenden, öffentlichen Informationen nicht „zum ersten Mal öffentlich" – wir machen sie nur für eine spezialisierte Zielgruppe einfacher zugänglich. Das ist ein großer Unterschied.
Nicht legitim: "Ich will generell nicht öffentlich sein" oder "ich will meine Adresse nicht öffentlich machen" – wenn Sie bereits überall sonst öffentlich gelistet sind. Die fehlende Öffentlichkeit bei uns zu erzwingen, während Sie überall sonst öffentlich sind, löst das Problem nicht – es ist ein persönliches Problem mit unserer Plattform, nicht ein Datenschutzproblem.
Legitim wäre: "Ich bin überall öffentlich und das ist ein echtes Sicherheitsrisiko für mich, speziell weil Nutzer von Eurem Verzeichnis mich belästigen." Das können wir dann gemeinsam lösen.
❌ Unzufriedenheit mit Nutzern oder Bewertungen
Das Verzeichnis selbst bewertete nicht – wir bleiben neutral und sachlich. Nutzer können optional Erfahrungen teilen, das ist Community-Feedback. Wenn Sie sich über Patienten oder Feedback beschweren möchten, gibt es andere Kanäle – aber nicht das Verzeichnis selbst.
❌ Wunsch nach Exklusivität
Weil Sie nicht wollen, dass „zu viele" Menschen Sie finden. Weil Sie lieber nur exklusive oder handverlesene Patienten hätten. Das ist ein wirtschaftliches Interesse, kein Datenschutz-Grund.
❌ Geschäftliche Konkurrenz
Weil ein anderer Therapeut oder Arzt auch gelistet ist. Weil Sie lieber die einzige Anlaufstelle in der Gegend sein möchten. Das ist Konkurrenzdenken, keine Datenschutzsorge.
❌ Allgemeine Unzufriedenheit mit dem Verzeichnis oder unserer Arbeit
Weil Sie das Verzeichnis konzeptionell nicht verstehen. Weil Sie denken, es sollte anders funktionieren. Weil Sie mit einzelnen Entscheidungen nicht einverstanden sind. Das sind berechtigte Kritikpunkte – aber keine Grundlage für Löschung.
Solche Gründe werden nicht zu einer Löschung führen – denn sie dienen nicht Ihrem Datenschutz oder Ihrer Sicherheit, sondern nur Ihren wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen.
Das klingt vielleicht hart. Aber es ist notwendig, um fair zu sein – fair gegenüber Menschen mit ADHS und Autismus, die auf dieses Verzeichnis angewiesen sind.
Ihre praktischen Optionen
Option 1: Eintrag selbst verwalten
Falls Sie sich selbst im Verzeichnis eingetragen haben, können Sie Ihren Eintrag jederzeit selbst bearbeiten oder vollständig löschen. Das ist die schnellste, einfachste und unkomplizierteste Lösung. Sie haben volle Kontrolle über Ihre Daten. Sie können aktualisieren, korrigieren oder löschen, wann immer Sie möchten.
Option 2: Widerspruch einlegen (mit realistischen Erwartungen)
Sie können uns schriftlich mitteilen, dass Sie nicht im Verzeichnis gelistet sein möchten. Wir werden Ihren Fall sorgfältig prüfen. Bitte verstehen Sie: Dies führt nicht automatisch zur Löschung. Ein Widerspruch ist ein Signal an uns – aber ob wir diesem Widerspruch folgen, hängt davon ab, ob legitime Gründe vorliegen.
Wenn Sie einen Widerspruch einlegen, helfen Sie uns, Ihre Situation besser zu verstehen. Aber die Entscheidung liegt bei uns, basierend auf der Abwägung zwischen Ihren Interessen und den Interessen der Community.
Option 3: Spezialfall mit besonderem Grund
Falls Ihre Situation besondere Umstände aufweist – nachweisbarer Missbrauch Ihrer Daten, Sicherheitsrisiken, oder andere schwerwiegende Gründe – können und sollten wir gerne mit Ihnen persönlich sprechen. In solchen Fällen kann es Lösungen geben, die für beide Seiten passen.
Option 4: Unrichtigkeit korrigieren
Sollten Ihre Daten fehlerhaft oder veraltet sein, werden sie sofort korrigiert. Das ist einfach und schnell. Kontaktieren Sie uns mit den genauen Informationen, was korrigiert werden soll.
Transparenz und Verantwortung
Das ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V. setzt sich dafür ein, Datenschutz ernst zu nehmen – nicht als bürokratisches Hindernis, sondern als Verantwortung gegenüber beiden Seiten: den Menschen mit ADHS und Autismus, die das Verzeichnis nutzen, und den Fachkräften, Einrichtungen und Organisationen, deren Daten wir speichern.
Deshalb:
- Dokumentieren wir alle Datenquellen transparent (angegeben im "www"-Feld jedes Eintrags)
- Informieren wir Nutzer und Fachkräfte über die rechtliche Grundlage (diese Seite)
- Prüfen wir jede neue Einreichung auf Plausibilität und Relevanz, bevor sie veröffentlicht wird
- Respektieren wir Widersprüche und berücksichtigen sie ernsthaft in einer individuellen, fairen Abwägung
- Aktualisieren wir das Verzeichnis regelmäßig basierend auf Feedback
- Geben Ihre Daten niemals an Dritte weiter – keine Verkäufe, keine Weitergabe an kommerzielle Unternehmen
- Verschlüsseln alle Verbindungen zu unserer Website für Datensicherheit
- Ermöglichen selbsteingetragenen Einrichtungen, ihre Daten selbst zu verwalten, zu aktualisieren und zu löschen
Unsere klaren Datenschutzverpflichtungen
Die Aufnahme in unser Verzeichnis bedeutet ausdrücklich nicht:
- ❌ Verwendung Ihrer Daten für Werbung
- ❌ Weitergabe an kommerzielle Unternehmen oder Datenbroker
- ❌ Speicherung von Patientendaten oder Krankengeschichten
- ❌ Erstellung von Profilen oder Nutzungsdaten-Analysen
- ❌ Verwendung für Direktmarketing
- ❌ Zugriff durch Dritte
Das ist unsere klare Zusage.
FAQ: Rechtsfragen zum Adressverzeichnis
F: Darf das Beratungsnetzwerk Fachkräfte-Daten ohne meine Zustimmung sammeln und veröffentlichen?
A: Ja, wenn es sich um öffentlich verfügbare berufliche Daten handelt, das Verzeichnis gemeinnützig, neutral und sachlich ist, und berechtigte Interessen vorliegen. Dies wurde durch mehrere BGH-Urteile bestätigt (VI ZR 488/19, VI ZR 489/19, VI ZR 60/21). Die Rechtslage ist besonders klar, wenn damit Gesundheitsversorgung für eine vulnerable Gruppe verbessert wird – und genau das ist unser Fall.
F: Was ist der Unterschied zwischen Löschungsrecht und Widerspruchsrecht?
A: Das ist der entscheidende Unterschied:
- Löschungsrecht (DSGVO Artikel 17): Ein Anspruch, dass Ihre Daten gelöscht werden müssen. Beim Adressverzeichnis besteht dieser Anspruch nicht, da berechtigte Interessen deutlich überwiegen. Das haben die Gerichte mehrfach bestätigt.
- Widerspruchsrecht (DSGVO Artikel 21): Das Recht, gegen die Verarbeitung Ihrer Daten Einspruch einzulegen. Dies gibt es definitiv. Aber der Verantwortliche (wir) kann einen Widerspruch ablehnen, wenn berechtigte Gründe überwiegen – und bei unserem Verzeichnis überwiegen sie deutlich.
Einfach gesagt: Sie können Widerspruch einlegen. Das ist Ihr Recht. Aber das garantiert keine Löschung – und bei einem gemeinnützigen Gesundheits-Verzeichnis wird ein Widerspruch ohne weitere Gründe sehr wahrscheinlich abgelehnt.
F: Wenn ich meine Daten selbst eintrage – ändert das die rechtliche Situation?
A: Ja, dramatisch! Die Rechtslage wird dann noch klarer:
- Sie geben durch die Selbsteintragung aktiv Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung
- Sie können Ihre Daten selbst verwalten, ändern oder löschen – jederzeit, ohne uns fragen zu müssen
- Die berechtigte Interessen-Abwägung fällt noch deutlicher zugunsten des Verzeichnisses aus, weil Sie ja bewusst mitgemacht haben
- Sie haben maximale Kontrolle über Ihre Daten
Wenn Sie sich selbst eintragen, zeigen Sie: Ich will, dass Menschen mit ADHS und Autismus mich finden.
F: Kann ich mich vom Verzeichnis abmelden oder meinen Eintrag löschen?
A: Das kommt drauf an:
- Wenn Sie sich selbst eingetragen haben: Ja, Sie können Ihren Eintrag jederzeit selbst bearbeiten oder vollständig löschen. Sie haben volle Kontrolle. Das ist sofort möglich – Sie müssen nicht auf uns warten.
- Wenn wir Sie aus öffentlichen Registern eingetragen haben: Sie können Widerspruch einlegen und um Löschung bitten. Wir werden Ihren Fall sorgfältig prüfen. Eine automatische Löschung ist aber nicht garantiert. Bei besonderen Umständen (dokumentierte Sicherheitsrisiken, stark veraltete Daten, Sie behandeln das Gebiet nicht mehr) können wir von der Speicherung absehen.
In beiden Fällen: Kontaktieren Sie uns unter den Kontaktangaben am Ende dieser Seite.
F: Ich habe einen Hinweis auf einen Arzt oder eine Therapeutin, die wirklich ADHS oder Autismus kompetent behandelt – kann ich das mitteilen?
A: Ja! Genau das ist eine unserer wichtigsten Datenquellen. Betroffene kennen oft die besten Fachkräfte aus ihrer eigenen Erfahrung. Sie können neue Adressen über unser Kontaktformular oder direkt im Verzeichnis eintragen.
Alle Einträge werden von uns auf Plausibilität und Relevanz geprüft. Ihre Hilfe trägt unmittelbar dazu bei, dass andere Betroffene schneller Unterstützung finden. Das ist der Kern unserer Arbeit – gegenseitige Unterstützung.
F: Wird mein Widerspruch automatisch zu einer Löschung führen?
A: Nein, definitiv nicht. Sie haben das Recht, Widerspruch einzulegen. Aber:
- Das Verzeichnis dient der Gesundheitsversorgung von Menschen mit ADHS und Autismus
- Die berechtigten Interessen dieser Menschen überwiegen Ihr Interesse, nicht gelistet zu sein
- Wenn kein echtes Datenschutz-Problem oder sonstiger legitimer Grund vorliegt, wird Ihr Widerspruch sehr wahrscheinlich abgelehnt
Legitime Gründe (die wir berücksichtigen): Sicherheitsrisiken, stark fehlerhafte Daten, Sie behandeln/unterstützen ADHS/Autismus nicht mehr, Sie bieten kein relevantes Angebot mehr.
Keine legitimen Gründe: Persönliche Differenzen mit dem Netzwerk, Unzufriedenheit über Konkurrenz, Sie wollen "exklusiv" sein, Sie wollen generell nicht in Verzeichnissen stehen.
F: Werden auch sensible oder private Daten veröffentlicht?
A: Nein, auf keinen Fall. Nur berufliche, öffentlich verfügbare Informationen wie Name, Qualifikation, Adresse, Kontaktdaten. Wir veröffentlichen niemals:
- Patientendaten oder Fallbeispiele
- Gesundheitsdaten oder Diagnosen
- Finanzielle Informationen
- Private Wohnadressen (nur Geschäftsadressen, sofern diese sich von privaten Adressen unterscheiden)
- Familienangehörige oder private Personen
- Persönliche medizinische oder psychische Probleme
- Alles, das privat oder sensibel ist
Punkt.
F: Was, wenn ich persönliche Differenzen mit dem Beratungsnetzwerk habe?
A: Persönliche Differenzen oder Unzufriedenheit mit unserer Arbeit sind keine Grundlage für Löschung Ihrer Daten. Das muss klar gesagt sein.
Das Verzeichnis dient nicht uns als Organisation – es dient Menschen mit ADHS und Autismus. Das ist die Prämisse. Wenn Sie mit uns nicht einverstanden sind:
- Sie können uns konstruktives Feedback geben – das nehmen wir ernst
- Sie können sich von unseren anderen Angeboten abmelden
- Sie können sich austragen, wenn Sie sich selbst eingetragen haben
- Aber das Verzeichnis ist eine öffentliche Leistung für die Community, nicht ein exklusiver Service, den wir je nach Gusto gewähren
Ihre Listung im Verzeichnis hängt nicht von Ihrer persönlichen Beziehung zu uns ab. Sie hängt davon ab, dass Sie ein Angebot für Menschen mit ADHS und Autismus haben – und dass Menschen Sie brauchen.
F: Ist das Verzeichnis wirklich DSGVO-konform?
A: Ja, absolut. Unsere Rechtsposition basiert auf:
- DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f – berechtigte Interessen als Rechtsgrundlage
- DSGVO Artikel 17 – Löschungsrecht mit seinen Grenzen
- DSGVO Artikel 21 – Widerspruchsrecht, das bestehen bleibt, aber abgelehnt werden kann
- Ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (VI ZR 488/19, VI ZR 489/19, VI ZR 60/21) – alle bestätigen die Rechtmäßigkeit solcher Verzeichnisse
- Gemeinnützigem, transparentem Ansatz – kein Gewinnstreben
- Qualitätskontrolle aller Einträge – wir prüfen auf Relevanz
- Dokumentation aller Datenquellen – Transparenz
- Besonders wichtig: Gesundheitsversorgung als höchstes Gemeinwohl
Die Rechtsposition ist nicht grenzwertig oder fragwürdig. Sie ist klar und gut begründet.
Besonderheiten des Beratungsnetzwerks als gemeinnützige Organisation
Das ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Bad Vilbel / Wetterau hat besondere rechtliche Rechte – und besondere Verantwortung.
Besondere Rechte:
- Recht, öffentlich zugängliche Daten für Gemeinwohlzwecke zu sammeln und zu strukturieren
- Recht, ein spezialisiertes Verzeichnis zur Unterstützung unserer Zielgruppe zu betreiben
- Recht, anderen Einrichtungen und Betroffenen zu ermöglichen, sich selbst einzutragen und ihre Daten zu teilen
Besondere Pflichten:
- Strikte Einhaltung der DSGVO – nicht als Hindernis, sondern als Verpflichtung
- Transparente Kommunikation über Datenquellen und -verarbeitung
- Respekt vor Widerspruchsrechten und deren gewissenhafte, individuelle Prüfung
- Maximaler Schutz sensibler Daten
- Keine kommerzielle Nutzung oder Weitergabe
- Regelmäßige Überprüfung, Aktualisierung und Verbesserung des Verzeichnisses
- Wartung und Sicherung der Selbsteintrag-Plattform
- Vorrangige Verpflichtung: Dienst an der Community und den Betroffenen, nicht an einzelnen Fachkräften oder Organisationen
Das ist ein Auftrag, den wir ernst nehmen.
Kontakt und weitere Informationen
Wichtig: Die Betreiber dieses Verzeichnisses sind selbst von ADHS und/oder Autismus-Spektrum-Störung betroffen.
Das hat direkte Konsequenzen für die Kommunikation mit uns:
- Neurodivergente Kommunikation: Wir verstehen aus eigener Erfahrung, dass Menschen mit ADHS und Autismus unterschiedliche Kommunikationsstile und Bedürfnisse haben. Deshalb versuchen wir, klar, direkter und ohne implizite Erwartungen zu kommunizieren. Wenn etwas unklar ist, sagen wir das offen.
- Keine vorgegebenen Zeitrahmen für sofortige Antworten: Menschen mit ADHS und Autismus haben oft variable Leistungsfähigkeit. Manchmal können wir schnell antworten, manchmal brauchen wir länger. Das ist nicht böse Absicht – es ist Realität.
- Direktes Feedback statt Umschreibungen: Wir versuchen, direkt zu sagen, was wir meinen, statt zu „diplomatisieren". Wenn wir einen Widerspruch ablehnen, sagen wir konkret warum – nicht mit verklausulierten Formulierungen.
- Verständnis für Missverständnisse: Manchmal entstehen Missverständnisse in der Kommunikation. Wir versuchen, diese zu klären, nicht zu interpretieren, „was wirklich gemeint war".
Konkrete Beispiele, wie das aussieht:
❌ Wir schreiben NICHT:
Zitat„Wir haben Ihre Anfrage mit großem Interesse erhalten und bedauern, mitteilen zu müssen, dass wir einer Löschung nicht zustimmen können, da gewisse Überlegungen unsererseits zu dem Ergebnis führen, dass ein Widerspruch nicht begründet ist..."
✅ Wir schreiben STATTDESSEN:
Zitat„Wir haben Ihren Widerspruch erhalten. Sie möchten gelöscht werden, weil Sie nicht mögen, dass Sie im Ärzteverzeichnis der Kammer gelistet sind. Das ist für uns kein Grund, Sie aus unserem Verzeichnis zu löschen, weil die Öffentlichkeit dieser Informationen nicht unser Problem verursacht hat, sondern bereits bestand. Gerne sprechen wir mit Ihnen persönlich, wenn Sie echte Sicherheitsrisiken haben."
❌ Wir sagen NICHT:
Zitat„Es wäre wünschenswert, wenn Sie Ihre Daten selbst aktualisieren könnten."
✅ Wir sagen STATTDESSEN:
Zitat„Bitte aktualisieren Sie Ihre Daten selbst im System. Hier ist die Anleitung: [Link]. Falls Sie das nicht selbst machen können, helfen wir Ihnen."
❌ Wir fragen NICHT:
Zitat„Können Sie mir vielleicht zur Verfügung stehende Informationen zukommen lassen?"
✅ Wir fragen STATTDESSEN:
Zitat„Schicken Sie mir die neuen Kontaktdaten zu. Format: [Beispiel]. Deadline: [Konkretes Datum]."
Warum das wichtig ist:
Menschen mit ADHS und Autismus können Implizites, Mehrdeutiges und „diplomatische Umschreibungen" oft schwerer verstehen. Das führt zu Frustration auf beiden Seiten – nicht, weil jemand böse meint, sondern weil die neurotypische Kommunikationsstrategie nicht funktioniert.
Indem wir klar, direkt und konkret kommunizieren, vermeiden wir Missverständnisse und sparen allen Zeit und Energie. Das ist nicht unhöflich – das ist respektvolle, inklusive Kommunikation für neurodivergente Menschen.
Bei Fragen zu dieser rechtlichen Erklärung, zum Widerspruchsrecht, zur Verwaltung Ihrer Daten kontaktieren Sie uns:
E-Mail: [datenschutz@adhs-autismus-adressen.de]
Zum Verzeichnis und Selbsteintrag: https://www.adhs-autismus-adressen.de/verzeichnis/en…?categoryID=529
Wir beantworten Ihre Fragen gerne innerhalb von 7 Arbeitstagen und führen eine sorgfältige, faire individuelle Prüfung Ihres Anliegens durch.
Hinweis: Bei Widersprüchen bitten wir um Verständnis dafür, dass wir zunächst die Interessen der Betroffenen (Menschen mit ADHS und Autismus), die dieses Verzeichnis nutzen und auf es angewiesen sind, berücksichtigen müssen. Das ist keine Willkür – das ist bewusste Priorisierung.
Rechtsquellen und Basis dieser Erklärung
Diese Erklärung basiert auf folgenden Rechtsquellen:
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Europäische Rechtsgrundlagen:
- DSGVO Artikel 6 Abs. 1 lit. f – Rechtmäßigkeit von Datenverarbeitung bei berechtigten Interessen
- DSGVO Artikel 17 – Löschungsrecht und dessen Grenzen
- DSGVO Artikel 21 – Widerspruchsrecht gegen Datenverarbeitung
Deutsche Rechtsprechung:
- BGH Urteil VI ZR 488/19 (12. Oktober 2021) – Adressverzeichnisse (Jameda-Plattform) sind rechtmäßig; kein Löschungsanspruch
- BGH Urteil VI ZR 489/19 (12. Oktober 2021) – Bestätigung: Betreiber von Adressverzeichnissen können berechtigte Interessen geltend machen
- BGH Urteil VI ZR 60/21 (13. Dezember 2022) – Neueste Bestätigung: Basisdaten-Verzeichnisse sind zulässig
- BGH Urteil VI ZR 30/17 (20. Februar 2018) – Grundlagen zu Informationsplattformen und Bewertungsportalen
Grundprinzipien:
- Gemeinnütziger, transparenter Ansatz
- Qualitätskontrolle aller Einträge
- Dokumentation aller Datenquellen
- Gesundheitsversorgung und Gemeinwohl als höchste Priorität
- Sichtbarmachung von Versorgungslücken als Infrastruktur-Förderung
- Community-getriebenes Feedback und gegenseitige Unterstützung
Über den Autor
Über den ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V.
Was 2018 mit einem kleinem ADHS-Forum begann, hat sich kontinuierlich zu einem umfangreichen Forum entwickelt. Ab 2021 rückten wir Autismus näher in den Fokus. In diesem Jahr waren wir ein Teil des ADHS Deutschland e.V. – ein wichtiger Schritt um mit professionellem Know-How, Netzwerk und Ressourcen zu arbeiten. Bis es 2022 zu einer echten Verschmelzung gekommen ist: Wir sehen ADHS und Autismus zusammen, nicht getrennt – mit explizitem Fokus auf die Doppeldiagnose. Damit waren wir die erste Plattform überhaupt mit diesem Fokus. 2025 expandierten wir lokal: Gründung unseres eigenen Vereins, einer lokalen Selbsthilfegruppe und einer Beratungsstelle in Bad Vilbel im Wetteraukreis.
Redaktionelle Angaben
Quellen
- https://openjur.de/u/2392056.html
- https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=125207&pos=0&anz=1
- https://presse.jameda.de/212174-fur-vollstandige-arztlisten-jameda-rechnet-bei-bgh-revision-mit-einem-erneut-positiven-urteil
- https://www.lhr-law.de/magazin/datenschutzrecht/jameda-basisprofile/
- https://www.dr-bahr.com/news/jamedade-darf-arzt-daten-auch-ohne-zustimmung-des-betroffenen-auf-plattform-speichern.html
- https://www.kuhlen-berlin.de/news/2022/bgh-entscheidet-jameda-darf-alle-%C3%A4rtzinnen-und-%C3%A4rzte-listen-urt-v-13-10-2021-az-vi-zr-488-19-und-vi-zr-489-19
- https://www.zm-online.de/artikel/2022/der-ubersehene-muskel/darum-haben-aerzte-und-zahnaerzte-keinen-anspruch-auf-loeschung-bei-jameda
- https://www.lifepr.de/inaktiv/jameda-gmbh/fuer-vollstaendige-arztlisten-jameda-rechnet-bei-bgh-revision-mit-einem-erneut-positiven-urteil/boxid/885829