Blogbeitrag
ADHS-Diagnose bei Kindern: Stigmatisierung, Chancen und Wege zur Akzeptanz
Wenn bei meinem Kind ADHS diagnostiziert wird – ist es dann nicht abgestempelt?
Polemix
Mitgliedschaften zum verschenken. Angebot zum Welt Autismus Tag 2026 (Gültig bis 30.04.2026)
In der ADHS & Autismus Community bestimmst du, wie, wann und wo du teilnimmst tausche dich mit Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften aus, die deine Herausforderungen verstehen. Sei es das digitale Selbsthilfegruppenforum (bundesweit) , die professionelle Beratung & Selbsthilfegruppe vor Ort in Bad Vilbel, die Plattform ehrenamtlich mitgestalten oder spezialisierte Fachkontakte & Anlaufstellen im bundesweiten Netzwerk nutzen – wähle deinen persönlichen Weg.
Häufig gestellte Fragen zu ADHS
Wenn bei meinem Kind ADHS diagnostiziert wird, ist es dann nicht abgestempelt?
Kinder und Erwachsene, die unter Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen der exekutiven Funktionen und damit verbundenen Lernschwierigkeiten zu leiden haben, können heute mehr denn jemals zuvor ihre individuellen Unterschiede in einem hoffnungsvollen neuen Licht sehen. Und Forscher, die den Faktor Resilienz über die gesamte Lebensspanne hinweg untersuchen, weisen darauf hin, wie wichtig dieser Faktor beim Überwinden der wie auch immer gearteten Widrigkeiten des Lebens ist.
Begriffe, die zur Beschreibung unserer Aufmerksamkeits-, Lern- und anderer Probleme verwendet werden, sorgen entweder für eine Stigmatisierung unserer Unterschiede oder helfen dabei, sie zu rechtfertigen. Und unter "rechtfertigen" ist zu verstehen, dass sie dabei helfen, diese Unterschiede zu begreifen und zu validieren und sie in einem hoffnungsvollen neuen Licht zu sehen. Für viele von uns trägt dies entscheidend dazu bei, in schwierigen Umständen Resilienz zu beweisen. Die Wissenschaftler, die das Thema Resilienz im Verlauf des Lebens erforschen, bestätigen, dass dies unabhängig vom Alter der jeweiligen Person ein erster wichtiger Schritt zu sein scheint. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene.
Wie und wo können Eltern von Kindern, die mit ADHS und den damit zusammenhängenden Problemen zu kämpfen haben, mehr erfahren?
Seriöse Organisationen wie die CHADD (Children and Adults with Attention Deficit Disorder) können hier Unterstützung bieten (http://www.chadd.org). Die Organisation orientiert sich stark an der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der ADHS und arbeitet eng mit einigen der landesweit führenden Kapazitäten auf diesem Gebiet zusammen. Ein weiterer wichtiger Vorteil bei CHADD ist, dass die Organisation über die Auswirkungen von ADHS und den damit verbundenen Schwierigkeiten über die gesamte Lebensspanne hinweg informiert. Wie Fachleute in diesem Bereich bestätigen, ist ADHS bei vielen Menschen auch im Erwachsenenalter vorhanden.
Blogbeitrag
ADHS-Diagnose bei Kindern: Stigmatisierung, Chancen und Wege zur Akzeptanz
Wenn bei meinem Kind ADHS diagnostiziert wird – ist es dann nicht abgestempelt?
Polemix
Erste Anlaufstelle sollte ein ADHS-kundiger Kinderarzt sein, der die Diagnostik entsprechend den Leitlinien macht. Leider sind noch nicht alle Kinderärzte "ADHS-kundig". Die Früherkennung von ADHS (Vorschulalter) steckt noch in den Kinderschuhen. Darum ist es besonders schwierig, für diese Problematik geeigntete Ärzte zu finden. Wenn Sie die Vermutung haben, Ihr Kind könnte ADHS haben, wenden Sie sich am besten an eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe. Dort kennt man die Ärzte vor Ort und kann Ihnen auch wertvolle Tipps für den Umgang mit dem Kind geben.
Versuchen Sie ihr Kind so konsequent wie möglich zu erziehen, machen sie keine Ausnahmen, bleiben Sie fest, aber freundlich. Geben Sie Ihrem Kind möglichst viel Struktur (im Tagesablauf, in den Regeln, usw.). Es kann sein, dass Sie wegen der ADHS Ihres Kindes auf manches lieber verzichten sollten (z.B. laute, chaotische Veranstaltungen). Achten Sie darauf, was Ihrem Kind gut tut und was nicht. Schielen Sie nicht nach anderen Familen und stellen Sie keine Vergleiche an. Ihr ADHS-Kind ist anders und darf es auch sein.
Ansprechpartner für ADHS-Kinder im Kindergarten
Blogbeitrag
Ansprechpartner für ADHS-Kinder im Kindergarten
Eltern von Kindern mit ADHS-Verdacht oder bestehender Diagnose im Kindergarten können sich an verschiedene Stellen wenden, um Unterstützung und Hilfe zu erhalten. Die wichtigsten Ansprechpartner und Anlaufstellen sind im Folgenden systematisch aufgelistet.
Polemix
Die Symptome bei ADHS und Hochbegabung sind sehr ähnlich. Wie unterscheidet man ADHS und Hochbegabung sicher voneinander?
ADHS und Hochbegabung gehen überzufällig häufig nebeneinander her. Es gibt Therorien, dass die Reizüberflutung, die ja typisch für ADHS ist, hier etwas gutes bewirkt hat, weil sie für eine bessere Verschaltung des Gehirns gesorgt hat.
Auf der Webseite Eigen-Sinn können Sie etwas über die Merkmale von ADHS und Hochbegabung nachlesen. Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Hier finden Sie auch einen Beitrag über die Problematik von gleichzeitigem ADHS und Hochbegabung und die speziellen Schwierigkeiten, die sich aus dieser Konstellation ergeben.
Für eine fundierte Diagnose dieser schwierigen, aber gar nicht so seltenen Konstellation braucht man einen Fachmann für beides. Bei der Arztsuche können Ihnen die Selbsthilfegruppen vor Ort oder die überregionalen Selbsthilfeverbände (siehe oben) behilflich sein.
Kann man Ergebnisse von sogenannten Intelligenztests bei ADHS Kindern objektiv beurteilen?
Ja, wenn man professioneller ADHS-Experte ist und einige Besonderheiten beachtet.
Leider kann das Ergebnis eines Intelligenztests bei einem ADHS-Kind zu einer nichtssagenden Hausnummer verkommen, wenn der Test von einer ADHS-unkundigen Kraft durchgeführt wird, die die Auswirkungen des besonderen Wahrnehmungsstils dieser Kinder nicht berücksichtigt. Weitere mögliche Störfaktoren sind der Einfluss der Umgebungsbedingungen, die momentane Position des Kindes auf seiner "emotionalen Achterbahn", Sympathie oder Antipathie gegenüber dem Tester (und umgekehrt), die momentane häusliche und schulische Situation, Tageszeit, usw.
Intelligenztests messen nicht das allgemein vorhandene Potential, sondern nur die Tagesleistung eines Kindes. Auf der einen Seite ist es möglich, dass ein ADHS-Kind durch die Testsituation, und weil alles Neue spannend ist, in Bestform ist, den Test mit Bravour absolviert und Höchstleistungen bringt. Genausogut ist es aber denkbar, dass es lustlos und unmotiviert ist und nur halbherzig mitmacht. Dieses Kind bietet dann ein Ergebnis, das weit hinter seinem Leistungsvermögen zurückbleibt. Es ist also ganz wichtig, das Verhalten und die Mitarbeit des Kindes, ob es gut motiviert oder lustlos war, zu notieren und bei der Auswertung des Tests mit einzubeziehen.
Wie kann ich herausfinden ob ein Kind ADHS oder Hyperaktivität mit Teilleistungsschwächen (Rechnen/Schreiben) hat oder eine kognitive Minderbegabunghat, also Fall für die Förderschule ist? Meine Tochter ist seit drei Jahren in einem SPZ zur Untersuchung und bis jetzt gibt es keine eindeutige Diagnose.
Nach drei Jahren sollte eine Diagnose gestellt worden sein, auch wenn diese nicht ganz einfach ist und Zeit braucht. ich würde Ihnen empfehlen, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Es kommt häufiger vor, dass ADHS und Minderbegabung verwechselt wird, vor allem bei langsamen Kindern und/oder Teilleistungsschwächen. Eine Selbsthilfegruppe vor Ort kann Ihnen bei der Arztsuche helfen.
Kann ein Kind, das in der Schule gut ist, weil es strukturierte Aufgaben sehr gut meistert, trotzdem ADHS haben? Es kann nicht spielen, keine Aufsätze schreiben und hat mit allem, in dem keine feste Anleitung gegeben ist, große Schwierigkeiten.
Selbstverständlich JA! Gute Schulleistungen sind kein Ausschlusskriterium für ADHS. Jedes ADHS ist anders. Es ist durchaus möglich, dass das Kind, das Sie beschreiben, ADHS hat. Leider ist eine Diagnose aus der Ferne nicht möglich. Aber ein Fachmann wird Ihnen das sicher sagen können.
Viele der Defizite von ADHS-Kindern können auch bei normalen Kindern auftreten. Welche Ausprägung ist notwendig, um von ADHS zu sprechen?
Alle ADHS-Symptome können grundsätzlich auch bei Nicht-Betroffenen aufgrund verschiedenster Ursachen auftreten. Deshalb sollte die Diagnostik auch nur von ADHS-kundigen, erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden, damit andere mögliche Ursachen ohne ideologische oder dogmatische Scheuklappen ausgeschlossen werden können.
Ein wesentlicher Unterschied ist die Häufigkeit und Schwere, mit der die Symptome auftreten. Außerdem tritt die Symptomatik frühzeitig auf, hält dauerhaft an und bringt die Betroffenen und ihre Familien immer wieder in Bedrängnis.
ADHS ist eine sog. dimensionale Störung, d. h. man kann mehr oder minder schwer davon betroffen sein. Der Leidensdruck entscheidet darüber, ob Behandlungsbedarf besteht.
ADHS wird mit ungesunden Ernährungsmustern in Verbindung gebracht, die direkt zu übermäßiger Gewichtszunahme führen können. ADHSler essen weniger gesunde Lebensmittel (wie Gemüse und Obst) und mehr ungesunde Lebensmittel (fetthaltige, süße und verarbeitete Lebensmittel). Die mit einer
unausgewogenen Ernährung verbundenen Gesundheitsrisiken sind zu einem wesentlichen Faktor geworden, der zur globalen Krankheitslast beiträgt. Daher ist es notwendig, Interventionsmaßnahmen zu finden, die darauf abzielen, das Essverhalten von Menschen mit ADHS zu verbessern.
Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem ungesunden Essverhalten von Menschen mit ADHS und ihrer ernährungsbezogenen Wahrnehmung. Sie haben die gleiche Nutzen- und Risikowahrnehmung von Lebensmitteln wie Menschen ohne ADHS. Das heißt, sie wissen, welches Essverhalten gefährlich ist und wie gesundes Essen geht, aber ihr Verhalten richtet sich nicht nach dem, was sie wissen. Deshalb muss man sich unbedingt auf ihr Umfeld konzentrieren.
Es hat sich gezeigt, dass Umweltfaktoren die Wahl der Lebensmittel beeinflussen können (Betonung der Attraktivität und Zweckmäßigkeit der Lebensmittel). Zudem hinaus werden Personen mit ADHS im Vergleich zu Personen ohne ADHS stärker durch Werbung beeinflusst. Durch Werbung für gesunde Lebensmittel wird diesem
Personenkreis eine größere Auswahl an gesunden Lebensmitteln vorgestellt. Mögliche Erklärungen für dieses Phänomen bei diesem Personenkreis sind die Impulsivität und Empfänglichkeit für Belohnungen.
ADHS bringt sehr konsistente Muster in Liebesbeziehungen mit sich, insbesondere wenn es nicht diagnostiziert oder nicht ausreichend behandelt wird. Eine der häufigsten und zerstörerischsten ist das, was ich die " Eltern/Kind-Dynamik" nenne. Bei diesem Muster macht der ADHS-Partner Versprechungen, hat aber Schwierigkeiten, diese Versprechungen zu erfüllen, und zwar aus folgenden Gründen: Ablenkung, Schwierigkeiten bei der Planung, Schwierigkeiten bei der Erfüllung, Schwierigkeiten, sich daran zu erinnern, die Sache zu tun, und vieles mehr. Der ADHS-Partner ist "konsequent inkonsistent", was bedeutet, dass sich der andere Partner nicht auf ihn verlassen kann. Da der Nicht-ADHSler (oder der besser organisierte andere ADHSler) nie weiß, was passieren wird und was nicht, übernimmt er immer mehr Verantwortung, um das zu kompensieren. Viele legen sich dann die Einstellung zu "Wenn ich es nicht erledige, passiert ja nichts". Leider führt der Zwang, sich so viel aufbürden zu müssen, letztendlich zu Groll und Ärger bei dem Partner, der nicht ADHS hat, insbesondere, wenn noch Kinder zu der Familie hinzukommen. Als Reaktion auf den Ärger des Nicht-ADHS-Partners wird dann auch der ADHS-Partner wütend. Es entsteht eine sich negativ verstärkende, Abwärtsspirale von Interaktionen. Andere häufige Beziehungsprobleme sind: Streitigkeiten um Pflichten im Haushalt; einen Partner zu haben, der sich ungeliebt fühlt, weil es so schwer ist, die Aufmerksamkeit des ADHS-Partners zu bekommen; ADHS-Symptome negativ zu interpretieren; zu lügen und symptomatische Verhaltensweisen bei ADHS zu vertuschen; und Schwierigkeiten mit dem Sexualleben. Die gute Nachricht ist, dass die Partner, sobald sie ADHS besser verstehen und lernen, damit umzugehen, die Liebe wieder finden können, die sie verloren zu haben glaubten.
Wenn ein Kind blind ist, betrachtet es niemand als Betrug, ihm Material in Brailleschrift zur Verfügung zu stellen. Wenn ein Kind hörgeschädigt ist, würde niemand es als Betrug betrachten, ihm durch Gebärden Zugang zum Lernen zu verschaffen. Die Frage selbst impliziert dann die Annahme, dass ADHS keine Krankheit ist. Im Gegensatz zu Blindheit oder Taubheit sind Aufmerksamkeitsdefizite, die das Lernen beeinträchtigen, für diejenigen, die sie nicht erkennen wollen, unsichtbar. Die Anerkennung von Aufmerksamkeitsproblemen als Krankheit erlaubt es uns, spezifische und evidenzbasierte Anpassungen vorzunehmen, die speziell auf die Beeinträchtigungen dieses Kindes zugeschnitten sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es ein einheitliches individuelles Unterrichtsprogramm (IEP) geben kann, dass sich für alle ADHSKinder eignet. Einem Kind mit einem spezifischen Problem mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit sollte die Zeit gegeben werden, die es braucht, um zu zeigen, was es weiß, damit seine schulischen Leistungen daran gemessen werden können, was es kann und nicht an den Einschränkungen, die ihm durch die Verzögerung der Verarbeitung auferlegt werden. Einem Kind mit Dysgrafie sollte die Möglichkeit haben, Eingeben über die Tastatur zu machen, zu diktieren oder jemanden für sich schreiben zu lassen. Einem Kind, das nicht organisieren kann, sollte die Möglichkeit gegeben werden, zusätzliche Bücher zu Hause zu haben, oder es sollte Hausaufgaben oder andere Arbeitsaufgaben flexibel abarbeiten dürfen. Einem Kind, das abends in der Zeit ohne Stimulanzien nicht gut arbeiten kann, sollte die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeit im Klassenzimmer unter Aufsicht und unter Medikamenteneinfluss zu erledigen. Alle Angebote sind "fair", wenn sie einem Kind die Möglichkeit geben, zu zeigen, dass es wie ein anderes Kind, das nicht mit diesem Handicap leben muss, lernen konnte. 504- oder IEP Pläne (benannt nach dem Abschnitt 504 des US-amerikanischen Rehabilitationsgesetzes von 1973), die allen ADHS-Kindern eine Reihe von Kernempfehlungen vorgeben, ohne auf ihre spezifischen Schwierigkeiten einzugehen, dürften kaum hilfreich sein. Und aus eben diesem Grund bieten sie auch keinerlei Vorteile. Wenn ein Kind viel besser zeigen kann, was es gelernt hat, wenn man ihm zusätzliche Zeit gibt, ist das Problem der Test und nicht das Hilfsangebot.
Das Leben mit ADHS kann eine Überforderung darstellen. Viele von uns mit ADHS haben mit den täglichen Aufgaben eines Erwachsenen zu kämpfen - Rechnungen bezahlen, wichtige E-Mails lesen, notwendige Telefongespräche führen usw. Ein ADHS-Coach kann Ihnen helfen, Ihr Leben zu verbessern, sich diesen Gefühlen zu stellen und Dinge zu erledigen. Die Forschung zeigt, dass ein ADHS-Coaching die ADHS-Symptome, das mit den exekutiven Funktionen in Zusammenhang stehende Verhalten, das Selbstwertgefühl, das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern kann. Coaches, die sich auf die Arbeit mit Klienten mit ADHS spezialisiert haben, klären ihre Klienten häufig erst über ADHS auf und darüber, wie es sie ein Leben lang beeinflusst. Aufbauend auf diesem Bewusstsein unterstützen Coaches ihre Klienten bei der Schaffung von Systemen und Strategien, die ihren Klienten bei der Bewältigung der praktischen Aspekte des Lebens helfen. ADHS-Coaches ermutigen Sie dazu, sich auf Ihre Ziele zu konzentrieren, Resilienz angesichts von Hindernissen zu entwickeln und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie Sie in Ihrem Leben zurechtkommen. Sie haben eine spezielle Ausbildung und Zertifizierung und können Menschen mit ADHS dabei helfen, ihr Leben effektiver zu gestalten. Um einen Coach zu finden, besuchen Sie die Find-a-Coach Webseite der ADHS Coaches Organization unter https://www.adhdcoaches.org/find-your-coach. Viele ADHS-Coaches stehen Ihnen online über Zoom, Skype oder andere Plattformen zur Verfügung. Der Preis für die Coaching-Leistung hängt davon ab, wo Sie wohnen und wen Sie beauftragen. ADHS Coaching nicht von der Versicherung gedeckt, aber einige Experten bieten möglicherweise gestaffelte Zahlung an.
Einer der Gründe, warum ADHS in Familien vorkommt, ist genetischer Natur: ADHS hat eine hohe Vererbungsrate von etwa 70-80%. Dies bedeutet, dass bei einer Person mit ADHS 70 - 80% der Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität durch die genetische Veranlagung erklärt werden kann. Diese Genvarianten sind nicht nur bei Menschen mit ADHS vorhanden - jeder Mensch hat einige davon, und jede dieser Varianten ist weder notwendig noch ausreichend, um ADHS zu verursachen. Je mehr solcher Genvarianten eine Person hat, desto höher ist ihr Risiko, ADHS zu entwickeln. Ein durchschnittlicher ADHS-Betroffener hat wahrscheinlich Dutzende bis Hunderte dieser Genvarianten in seinem Erbgut.
Der genetische Bauplan eines Menschen wird durch die Kombination des Erbmaterials (d.h. der DNA) von Vater und Mutter während der Empfängnis bestimmt. Je mehr ADHSassoziierte genetische Varianten Vater und Mutter in ihrer DNA haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie einige von ihnen an ihre Kinder weitergeben. Wie bereits oben ausgeführt, wird die Zahl solcher Varianten bei den Eltern, die selbst an ADHS erkrankt sind, besonders hoch sein. Daher ist es wahrscheinlich, dass Menschen mit ADHS ein hohes genetisches Risikopotential hierfür aufweisen und dieses an ihre Kinder weitergeben.
Während die genetische Veranlagung eine gute Erklärung für die Beobachtung liefert, dass ADHS familiär gehäuft auftritt, gibt es wahrscheinlich auch andere Faktoren, von denen einige sogar familienspezifisch sein können.
Ja, ADHS ist kompliziert, und der Umgang damit kann schwierig sein. Für Eltern kann es frustrierend, ärgerlich, irritierend und beunruhigend sein. Es kann aber auch inspirierend, spielerisch, kreativ, neugierig und unglaublich lohnend sein! Tatsache ist, dass ein ADHS-Kind oder ADHS-Teenager von seinen Eltern nur ein paar wichtige Dinge braucht. Es geht nicht um Listen oder Belohnungssysteme oder gar um Beständigkeit.
Was Kinder mit ADHS am meisten brauchen, sind Eltern, die sie verstehen, akzeptieren und respektieren, an ihre Stärken und Möglichkeiten glauben und sie in die Lage versetzen, ihr volles Potenzial ausschöpfen zu wollen.
"Wie?" werden Sie sich vielleicht fragen. Erstens: Wenn Sie selbst ein Elternteil mit ADHS sind, ist es gut für Ihr Kind, wenn Sie bewusst mit Ihrer eigenen ADHS umgehen. Ganz gleich, ob Sie sich zur Behandlung mit Medikamenten, Meditation, Bewegung, Ernährung, Coaching oder all dem oben genannten entscheiden - holen Sie sich Unterstützung für sich selbst und gestalten Sie das ebenso für Ihr Kind. Als nächstes sollten Sie eine häusliche Umgebung schaffen, in der auch Fehler gemacht werden dürfen. Versuchen Sie nicht, sie um jeden Preis zu vermeiden, denn es werden Fehler passieren - besonders im ADHS-Land. Also legen Sie das als Ihren Standard fest und üben Sie sich darin, ohne Verurteilung und ohne sich zu schämen müssen aus Fehlern lernen zu dürfen. Dann versuchen Sie so zu denken, wie jemand, der für einen Marathon trainiert.
Wenn Sie versuchen, alles auf einmal anzugehen, werden Sie wahrscheinlich alle etwas verrückt machen. Versuchen Sie, unabhängige Verhaltensweisen Stück für Stück zu fördern, bleiben Sie bei der Sache und blicken auf die schrittweise Veränderung. Seien Sie mit ganzem Herzen bei Ihren Beziehungen, lieben Sie Ihre Kinder so, wie sie sind, und lassen Sie sich nicht durch die Erwartungen der Anderen davon abhalten, Ihre Kinder genau dort abzuholen, wo sie gerade sind. Nur so können Sie sie liebevoll in ihrer Entwicklung unterstützen.
Kinder mit ADHS müssen sich die wesentlichen Strategien und Werkzeuge aneignen, um ihre exekutiven Fähigkeiten zu verbessern, und das geschieht selten durch reine Beobachtung oder Osmose. Durch Medikamente werden sie zwar aufmerksamer bei der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, aber Pillen vermitteln ihnen nicht die wesentlichen Fähigkeiten, die sie benötigen, um zu unabhängigen, fähigen Erwachsenen heranzureifen.
Kinder und Teenager mit ADHS sind darauf angewiesen, dass die Eltern ihnen die Werkzeuge für die wichtigsten exekutiven Funktionen wie Selbstregulierung, Antriebsstärke, Zeitmanagement, zielgerichtete Ausdauer und Organisation beibringen, die sie für ein erfolgreiches tägliches Leben benötigen. Elterntraining ist erwiesenermaßen eine erfolgreiche Methode, um Verhaltensänderungen bei Kindern und Familien mit ADHS zu bewirken und aufrechtzuerhalten.
Durch meine 30-jährige Erfahrung weiß ich, dass Elternschulungsprogramme zweifellos dann die größte Wirkung zeigen, wenn sie sich auf die Zusammenarbeit konzentrieren, um die Kooperation zu stärken und auf den positiven Bereichen der Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen.
Mein 5-Punkte-Erziehungsansatz für Eltern von ADHS-Kindern -- - Selbstbeherrschung, Mitgefühl, Zusammenarbeit, Beständigkeit und Freude -- kann eine Verbesserung des Alltags herbeiführen, eine starke Grundlage für jedes Programm bieten, und das Vertrauen und die Bindung fördern, die Familien brauchen, um vereinbarte Pläne umzusetzen, sie anzupassen und deren Einhaltung nachzuverfolgen.
Egal welches Elterntrainingsprogramm Sie wählen: der Umgang mit Ihren eigenen Reaktionen auf die Verhaltensweisen Ihrer Kinder und wie Sie Ihre Kinder dort abholen, wo sie aktuell stehen, anstatt ihnen zu sagen, wo sie Ihrer Meinung nach stehen sollten, das gemeinsame Ausarbeiten von Lösungen, das Streben nach Beständigkeit statt Perfektion und das Anerkennen von bereits Erreichtem wird genau die zur Weiterentwicklung geeignete Einstellung fördern, die zu dauerhaften Veränderungen führt.
Blogbeitrag
Was ist der ADHS Elterntrainer?
Basis des Coachs sind Videos, die vielen Eltern bekannte und schwierige Erziehungssituationen zeigen. Auf den Filmen aufbauend erhalten Sie Anleitungen zum Umgang mit solchen Situationen, können sich verschiedene Elternreaktionen anschauen, bearbeiten für sich Checklisten und Übungen und finden Hinweise auf unterstützendes Material.
Polemix
Adressen zum Elterntraining: https://www.adhs-autismus-adressen.de/tagged/6557-el…l.entries.entry
Zur Behandlung von ADHS wurden bereits diverse einzelne Nährstoffe eingesetzt, aber abgesehen von den Omega-3-Fettsäuren war dieser Ansatz weitgehend erfolglos. Studien, bei denen eine Kombination von Mineralien und Vitaminen in höherer Dosierung eingesetzt wurde, haben gezeigt, dass sich ADHS-Symptome damit langfristig besser behandeln lassen als mit nur einem einzelnen Nährstoff.
In den letzten zehn Jahren wurde in verschiedenen Studien untersucht, ob eine Kombination von Vitaminen und Mineralstoffen (Mikronährstoffen) einen positiven Einfluss auf die ADHSSymptome sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen haben kann. Dem kombinierten Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass alle Nährstoffe für eine optimale Gehirnfunktion benötigt werden, z.B. für die Bildung von Neurotransmittern, die Bekämpfung von Entzündungen oder die Unterstützung der Funktion der Bakterien in unserem Körper. Zudem können sie den schädlichen Auswirkungen der modernen Ernährung entgegenwirken, die hauptsächlich aus hochverarbeiteten Lebensmitteln besteht. Nicht jeder spricht auf diesen Ansatz an, aber bei denjenigen, die davon profitieren, sind die Auswirkungen oft beträchtlich und zeigen sich in allen Funktionsbereichen. Während sich die Verbesserung der ADHS-Symptome eher langsam zeigt (es kann einige Wochen dauern, bis man Veränderungen bemerkt die Verbesserungen nehmen über einen langen Zeitraum tendenziell zu), können sich einige Symptome, wie z. B. explosive Wutausbrüche, bereits nach wenigen Tagen verbessern.
Die in Untersuchungen festgestellten deutlichsten Auswirkungen waren eine verbesserte Aufmerksamkeit sowie eine emotionale Regulierung und verminderte Aggression. Es gibt sehr wenige mit der Einnahme von Mikronährstoffen verbundene Nebenwirkungen. In der Tat wird vereinzelt berichtet, dass Kinder bei Einnahme zusätzlicher Nährstoffe über ihre Ernährung deutlich gesünder erscheinen - Hautprobleme bessern sich und es gibt weniger Erkältungen und Infektionen. Es gibt keinen Rebound, wenn die Wirkung dieser Nährstoffe nachlässt, und es scheint keine Auswirkungen auf den Appetit oder den Schlaf zu geben (solange die Nährstoffe nicht zu kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden). Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Mikronährstoffe über die Nahrung aufzunehmen - also durch den Verzehr nährstoffreicher Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte und Fisch. Für manche Menschen reicht das jedoch nicht aus, vielleicht aufgrund individueller Unterschiede und weil sie Lebensmittel zu sich nehmen, die im Laufe der Zeit nährstoffarm geworden sind (aufgrund schlechter Regenerierung der Böden, Auswahl von schnell wachsenden Pflanzen usw.). In diesen Fällen sollten Sie eines der Mineralstoff-Vitamin-Präparate kaufen, die sich in Studien als erfolgreich erwiesen haben. Sie sind im Handel erhältlich.
Es bedarf zwar noch weiterer Forschung, aber die vorläufigen Studien sind vielversprechend und in Anbetracht des geringen Risikos, das mit Mineralien und Vitaminen verbunden ist, entscheiden sich einige Familien zunächst vielleicht für diesen Weg, bevor sie Alternativen in Betracht ziehen.
Andere für ADHS relevante Nährstoffe sind die Omega-3-Fettsäuren - obwohl die beste Quelle für Omega-3-Fettsäuren Fisch ist (es wird empfohlen, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen), gibt es ausreichende Studien, die darauf hindeuten, dass mindestens 500 mg EPA in Form von Tabletten eine moderate, aber deutliche Auswirkung auf ADHS-Symptome haben können.
Dies dürfte angesichts der Bedeutung dieser Fette für die Gehirngesundheit nicht verwundern
Stellen Sie sich vor, Sie werden Ihr ganzes Leben lang missverstanden, sind nur beliebt, wenn Sie sich albern aufführen, haben keine Lust auf Schule und Arbeit, fühlen sich nur durch exzessives Trinken oder die Einnahme illegaler Drogen normal und können dann "normal" funktionieren. Spätestens
jetzt wird Ihnen klar, warum so viele Menschen mit ADHS im Gefängnis sitzen.
Wir sehen in der Klinik jeden Tag Menschen, die im Leben versagen, sei es in der Schule, im Studium oder bei der Arbeit. Vielleicht haben sie auch Probleme in ihrer Beziehung oder sie haben erst gar keine Beziehungen.
Für diesen Teil unserer ADHS-Community ist das Leben besonders schwierig. Das Selbstwertgefühl der Betroffenen ist oft unglaublich gering, sie leiden häufig unter Depressionen und Angstzuständen, und von solchen Faktoren wird das Leben des ADHS-Betroffenen geprägt.
Wenn sie Glück haben, finden sie eine Person die sie positiv beeinflusst, "einen wichtigen Erwachsenen" und wenn sie Pech haben, finden sie Freundschaft und Trost in den falschen Kreisen. Wenn dies geschieht, stellen wir fest, dass die Verletzlichkeit, die mit diesen Emotionen einhergeht, einen negativen Einfluss zulässt, Drogen werden ausprobiert, Kriminalität prägt ihre Freundschaftsbeziehungen und sie fühlen sich vielleicht zum ersten Mal "wirklich zugehörig". Zu dieser aufwühlenden Mischung kommt jetzt noch Impulsivität hinzu und ein gerütteltes Maß an Unaufmerksamkeit gegenüber den vielen Malen, in denen man ihnen erklärt, was "Richtig und Falsch" ist. Außerdem sind Betroffene oft diejenigen, die "unter Strom" stehen und vor Energie strotzen und dies führt unserer Beobachtung leider dazu, dass man leicht mit dem Gesetzt in Konflikt gerät. Wir können das Thema weiter vertiefen und über die Kontrolle von Emotionen und Ausraster diskutieren. Bei Kindern kann das bedeuten, dass sie ein Geschwisterkind schlagen, bei Erwachsenen könnte das bedeuten, dass sie einen anderen Erwachsenen schlagen oder das Eigentum von anderen Menschen zerstören.
Wir wissen, dass sich Menschen mit ADHS mindestens ab dem sechsten Lebensjahr abgelehnt und "anders" fühlen. Aber wir können dieser Entwicklung entgegenwirken. Dies kann den Fachleuten, die sich um unsere Kinder kümmern und Verantwortung für sie übernehmen, mit Bildung, Training und einer kulturellen Veränderung gelingen. Und damit dies ganz klar ist: Das muss jetzt passieren. ADHS ist unglaublich weit verbreitet; es kann eine vielversprechende Zukunft gnadenlos zerstören. Der Schaden für unsere Volkswirtschaft ist viel größer, als die Investitionen, die dafür notwendig wären, die Dinge zu ändern. Die Unterbringung von Gefangenen mit ADHS kostet das Vereinigte Königreich satte 74 Millionen Pfund (1) pro Jahr. Ihre Behandlung hingegen würde 30.000 Pfund kosten.
Selbst wenn wir massiv in Training und Begleitung investieren würden und wir die Zahl der Gefangenen nur halbieren könnten, bestünde kein Zweifel daran, dass sich damit ein großer Unterschied erzielen ließe. Und zu guter Letzt: Wenn wir diese 10.000 Menschen, die wir vor dem Gefängnis bewahren könnten, in Steuerzahler verwandeln könnten, hätten wir die Kosten dafür wieder reingeholt.
(1) Kosten pro Platz und Kosten pro Häftling nach einzelnen Gefängnissen, Her Majesty's Prison and Probation Service (HMPPS) Jahresbericht und Jahresabschluss 2017-18 Nachtrag zur Managementinformation Pressemitteilung des Justizministeriums
Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie ADHS haben, kann dies das Urteil Ihres Arbeitgebers beeinflussen. Wenn Sie dies jedoch geheimhalten, gibt es am Arbeitsplatz auch keine Anpassungen und keine Schutzrechte.
Grundsätzlich gilt, dass ein Mitarbeiter oder Bewerber nicht verpflichtet ist, medizinische Diagnosen preiszugeben. Wenn jedoch bestimmte Persönlichkeitsmerk-male die Leistung im Job (oder in Teilbereichen des Jobs) beeinträchtigen, kann es notwendig sein, diese Merkmale offenzulegen - ohne die medizinische Bezeichnung ADHS für diese spezielle Eigenschaft des Gehirns explizit zu benennen. Immer mehr Arbeitgeber haben eine Personalpolitik, die Menschen mit ADHS usw. aufgeschlossen gegenübersteht. In diesen Fällen ist es ratsam, anzugeben, dass Sie ADHS haben. Das hat offensichtliche Vorteile, kann aber in anderen Fällen manchmal auch Nachteile haben.
Mögliche Nachteile sind: Obwohl in den meisten Ländern eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung verboten ist (UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen), kann es sein, dass Sie die Stelle nicht bekommen oder dass es sogar ein zusätzlicher Grund im Falle einer Kündigung ist.
Der Arbeitgeber verschweigt eventuell, dass dies ein Grund ist. Es könnte zudem beeinflussen, wie Ihre Arbeitsleistung bewertet wird. Ein weiterer Grund, Ihre ADHS nicht offen anzusprechen, könnte sein, dass Ihr Vorgesetzter oder Ihre Kollegen Sie eventuell am Arbeitsplatz benachteiligen. Oder die Kollegen können in manchen Fällen in ihrer Hilfsbereitschaft über das Ziel hinausschießen und Sie so als nicht vollwertigen "Behinderten" betrachten.
Es hilft, wenn Sie selbst Ihre ADHS akzeptiert haben. Wenn Sie Ihr negatives Selbstbild überwunden haben und sich Ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind, kann es Vorteile haben, Ihre Diagnose preiszugeben. Wenn Sie in der Lage sind, mit Ihrem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu besprechen, dass "die richtige Person am richtigen Platz" für beide Seiten ein Gewinn ist, können Sie vernünftige, sinnvolle Anpassungsmaßnahmen diskutieren wie z. B. dass Ihnen ein Kollege als Ansprechpartner zur Verfügung steht oder Sie einen Konzentrations-raum nutzen können oder gar einen Teil der Woche im Home-Office arbeiten dürfen - je nachdem, was Ihnen dabei hilft, Ihre Leistung zu erbringen. Benennen Sie also die in Bezug auf Ihre ADHS relevanten Merkmale und sorgen dafür,
dass Sie so genau die Stelle bekommen, die Ihren Qualitäten entspricht. Eine Geheimhaltung der Diagnose ADHS bedeutet, dass keine Anpassungen und keine Sonderrechte gewährt werden.
ADHS mag wie ein Mangel an Willenskraft oder eine Ausrede für Faulheit anmuten. Das ist es jedoch absolut nicht. ADHS ist tatsächlich ein Problem in der chemischen Dynamik des Gehirns. Und unterliegt somit nicht der Selbstkontrolle!
Menschen mit ADHS können sich sehr gut auf eine bevorzugte Aktivität konzentrieren (z. B. Spielen, Sport oder Videospiele), sind aber nicht in der Lage, die gleiche Art von Konzentration und Selbstmanagement für ihre Schularbeit oder ihren Job aufzubringen. Ihre ADHS-Symptome sind das Ergebnis von neuronalen Botschaften in ihrem Gehirn, die nicht effektiv übertragen werden, es sei denn, die Aktivität oder Aufgabe ist etwas wirklich Interessantes für sie, etwas, das sie, aus welchem Grund auch immer, "anmacht".
Bei Menschen mit ADHS fallen die neuronalen Botschaften im Zusammenhang mit Aufgaben, die sie stark interessieren, eher stark aus, was eine verstärkte Motivation bewirkt. Für Aufgaben, die sie bewusst oder unbewusst als nicht ganz so interessant wahrnehmen, fallen die neuronalen Botschaften tendenziell schwächer aus. Wenn die Botschaften nicht ausreichen, um eine Person zu aktivieren, ist es wahrscheinlich, dass sie als unmotiviert oder faul wahrgenommen wird.
Bei 80 bis 90 % der Menschen mit ADHS können Medikamente zu einer deutlichen Verbesserung dieser Problematik führen.
Gegenfrage: sind sie das wirklich?
Der Eindruck entsteht wohl deswegen, weil die Jungen weitaus häufiger hyperaktiv sind als die Mädchen. Die Jungen schaffen dadurch frühzeitig Leidensdruck in ihrer Umgebung, während die ruhigen ADHS-Mädchen ihr Umfeld weniger belästigen und belasten, dadurch aber mehr still in sich hinein leiden. Entsprechend suchen die Eltern von Jungen häufiger und frühzeitiger professionelle Hilfe, während das ADHS der Mädchen erst spät oder gar nicht entdeckt wird - mit den entsprechenden Folgen aufgrund verspäteter oder ausbleibender Therapie. Tendenziell verringert sich der Abstand in der Diagnose-Häufigkeiten von Jungen und Mädchen. Das früher angegebene Verhältnis von 6:1 gilt heute als überholt. Mittlerweile sind wir bei 3:1 bis 2:1, und viele Experten prophezeien bereits, dass wir am Ende 1:1 erreichen.
Nicht immer, aber oft. Das ist auch kein Wunder bei all der Kritik, Maßregelung und Herabwürdigung, die sie aus ihrem Umfeld erfahren. Cordula Neuhaus hat es treffend formuliert: "Diese Kinder schaffen sich ihre krankmachende Umwelt selber". Depressivität gehört nicht zu den Kernsymptomen von ADHS, aber sie entsteht und verfestigt sich im Laufe der Zeit.
Man wird im Allgemeinen erst die Ergebnisse der Stimulanzientherapie abwarten, bevor man weitere Medikamente dazunimmt. In akuten Notfällen sind Ausnahmen natürlich möglich.
Das ist eine schwierige Frage. Ich will das mal an einem Beispiel anschaulich machen. Das ADHS, das uns im Alltag begegnet, ist immer eine Mischung. Es gibt Symptome, die direkt auf ADHS zurückzuführen sind, zum Beispiel eine geringe Frustrationstoleranz durch mangelnde Impulssteuerung. Und es gibt sekundäre Symptomen, die später durch eine gestörte Interaktion mit der Umwelt entstehen, beispielsweise überdurchschnittlich viele frustrierende Erlebnisse. Da kommt eins zum anderen und wie soll man am Ende wissen, warum genau das Spielbrett durchs Zimmer fliegt. Ist es überhaupt wichtig, das so genau sagen zu können?
Für den Schulalltag (und nicht nur dort) finde ich es viel wichtiger, einen Weg zu finden, den alle gemeinsam gehen können, der weder Kinder noch dieLehrer/Eltern überfordert. ADHS ist eine Erklärung für Probleme, aber es darf nicht zur Ausrede werden.
Das Merkmal hypoaktiv gibt es in den diagnostischen Kriterien nicht. Die Kernsymptome der ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
In der Fachwelt gibt es Überlegungen, ob man zusätzliche Unterscheidungen machen sollte. In der Fachwelt diskutiert man eine weitere Unterscheidung für den bisherigen vorwiegend unaufmerksamen Subtyp: nämlich eine Gruppe mit verlangsamtem kognitiven Tempo, die eventuell sogar eine eigenständige Störung darstellt, sowie einen vorwiegend unaufmerksamen Subtyp der ADHS, der aber schwache Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität aufweist.
Die "langsame Gruppe" ist wohl das, was man landläufig als hypoaktiv bezeichnet. Daneben gibt es aber auch die vorwiegend Unaufmerksamen, die weder hyperaktiv noch hypoaktiv sind, sondern einfach nur unaufmerksam. Diesen Kindern fehlt die nach außen sichtbare körperliche Unruhe, was aber keinesfalls automatisch mit körperlicher oder motorischer Trägheit gleichgesetzt werden darf, und was auch nicht bedeutet, dass keine innere Unruhe vorliegt.
Mit einem pauschalen "Ja" oder "Nein" ist diese Frage nur schwer zu beantworten. Grundsätzlich gilt, dass ADHS-Kinder auch in der Schule klare Strukturen brauchen. Diese Grundvoraussetzung für den schulischen Erfolg eines ADHS-lers wird durch das Montessori-Konzept leider nicht in jedem Fall gewährleistet. Allerdings können ADHS-kundige Lehrkräfte auch in einer Montessori-Schule ihre Schützlinge erfolgreich fördern. Kurzum: Wie bei allen anderen Schulen auch, kommt es letztendlich entscheidend auf die Persönlichkeit und Fähigkeit der einzelnen Lehrkraft an.
Immer raus an die frische Luft! Der Wald ist unkaputtbar und braucht hinterher nicht aufgeräumt zu werden. Dort können die kleinen Wilden toben, ohne dass jemand Angst ums Mobiliar haben muss. Das schont die Nerven der Eltern! Nicht nur körperliche Fähigkeiten werden gefördert, auch die Kreativität und Phantasie wird angeregt. Viel Spaß beim Spielen!
Elektronische Medien verursachen zwar kein ADHS, aber ADHSler neigen häufig zu Suchtverhalten, sodass auch der Konsum von Fernsehen und Co ausarten kann. Darum ist es besonders wichtig, betroffenen Kindern einen maßvollen Umgang damit nahezubringen.
Ich empfehle eine tägliche zeitliche Beschränkung. Mit Extra-Fernseh- oder Spielzeit kann man ein Belohnungssystem aufbauen, das den Kindern hilft, andere wichtige Regeln einzuhalten.
Vieles, was im Übermaß betrieben wird, einen ungünstigen Einfluss auf den Menschen. Oder, wie es ein altgriechischer Philosoph schon sinngemäß sagte: "Gift ist immer eine Frage der Dosierung". Aber die oftmals gehörte Behauptung, es bestehe ein ursächlicher Zusammenhang zwischen ADHS und zuviel Fernsehen, PC-Spielen/Gameboy, ist so nicht richtig. ADHS ist überwiegend genetisch bedingt und wird nicht durch den Konsum von Fernsehen oder elektronischen Spielen ausgelöst.
Wie so viele Fragen zu ADHS als "Syndrom der Extreme" kann auch Ihre Frage zur medikamentösen Behandlung eines vier Jahre alten Kindes nicht mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" beantwortet werden. In der Regel soll die Medikation erst ab einem Alter von 6 Jahren gegeben werden. In besonderen Fällen und nach strenger Indikation ist aber auch eine frühere Medikamentengabe möglich.
Für eine psychotherapeutische Behandlung ist das Kind in der Regel noch zu jung. Aber ein Eltern-Training durch einen ADHS-kompetenten Verhaltenstherapeuten wäre durchaus möglich und ggf. auch empfehlenswert. ADHS tritt selten ohne Begleiterscheinungen auf, beispielsweise Störungen in der Grob- oder Feinmotorik, usw. Auch bei einem vierjährigen Kind kann man da schon etwas tun, z.B. mit Ergotherapie. Gerade eine frühzeitige Therapie der konkreten Probleme bringt in diesem Alter oft gute Erfolge.
Frauen maskieren Symptome stärker, zeigen internalisierende Verhaltensweisen wie Tagträumen statt Hyperaktivität und werden oft fälschlich als depressiv eingestuft.
Blogbeitrag
Frauen mit ADHS und Autismus – Warum sie unsichtbar bleiben und wie endlich die richtige Diagnose gelingt
Du kennst dieses Gefühl: Jahrelang wurde Dir gesagt, Du seist depressiv, zu sensibel oder unmotiviert – und plötzlich fragst Du Dich: Was ist, wenn es etwas ganz anderes ist?
Polemix
Bei ADHS springt deine Aufmerksamkeit, Emotionen sind intensiv und Routinen langweilen. Bei Autismus bist du detailfokussiert, brauchst Struktur und hast sensorische Empfindlichkeiten.
Blogbeitrag
Frauen mit ADHS und Autismus – Warum sie unsichtbar bleiben und wie endlich die richtige Diagnose gelingt
Du kennst dieses Gefühl: Jahrelang wurde Dir gesagt, Du seist depressiv, zu sensibel oder unmotiviert – und plötzlich fragst Du Dich: Was ist, wenn es etwas ganz anderes ist?
Polemix
Ab 2027 in Deutschland: Code 6A05 als „neuronal-entwicklungsbedingte Störung“ mit DSM-5-ähnlichen drei Präsentationsformen. „Hyperkinetische Störung“ entfällt, Doppeldiagnosen mit Autismus sind erlaubt, aber Manifestationsalter bleibt bei 6 Jahren. Die Verzögerung wird kritisiert, da sie veraltete Diagnostik verlängert.
Blogbeitrag
ADHS-Klassifikation nach ICD-10, DSM-5 und ICD-11: Formen, Entwicklung und Zukunft
Die Klassifikation der ADHS hat sich über die Jahrzehnte erheblich weiterentwickelt und unterscheidet sich zwischen den verschiedenen internationalen Klassifikationssystemen. Eine umfassende Betrachtung der aktuellen Klassifikationen und ihrer historischen Entwicklung zeigt sowohl Gemeinsamkeiten als auch wichtige Unterschiede auf.
Polemix
Multimodale Ansätze wie Verhaltenstherapie (z. B. Elterntraining), Medikamente (Stimulanzien wie Methylphenidat) und Neurofeedback sind evidenzbasiert wirksam. Du profitierst von individuellen Plänen, die Symptome lindern und Fähigkeiten stärken. Kombinationen erzielen die besten Ergebnisse langfristig.
Blogbeitrag
ADHS und Therapie - Was ist wirksam? Was unwirksam oder gar gefährlich?
ADHS ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Mit einer Prävalenz von etwa 5% bei Kindern und Jugendlichen sowie 2-3% bei Erwachsenen betrifft sie Millionen von Menschen in Deutschland.
Diagnostix
Methylphenidat (MPH) ist das wichtigste Stimulans-Medikament gegen ADHS in Deutschland, erhältlich als Retard- und Sofortpräparate von Herstellern wie MEDICE, ratiopharm, Takeda und Janssen-Cilag. Du nutzt es für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Symptomlinderung von Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität. Es gibt Erstzulassungen, Wirkungsdauern und Off-Label-Optionen.
Blogbeitrag
Methylphenidat bei ADHS: Ursachen, Fakten, Wirkmechanismus und Wege zur Verbesserung der Akzeptanz
Vorurteile gegen Methylphenidat bei ADHS: Ursachen, Fakten, Wirkmechanismus und Wege zur Verbesserung der Akzeptanz
Polemix
Wichtige Hersteller sind MEDICE, ratiopharm, Takeda und Janssen-Cilag mit Präparaten wie Equasym, Ritalin und Medikinet in Retard-Formen. Du findest Varianten mit unterschiedlichen Wirkungsdauern und Darreichungsformen. Die Übersicht hilft bei der Auswahl für deine Therapie.
Blogbeitrag
ADHS Medikament 2026 - Methylphenidat, Lisdexamfetamin, Guanfacin, Dexamphetamin & Atomoxetin
Auf dieser Seite bekommst du einen schnellen Überblick über die aktuellen ADHS-Medikamente in Deutschland – vor allem über Methylphenidat (MPH) und Lisdexamfetamin. Du erfährst, wann die Mittel erstmals zugelassen wurden, wie lange sie wirken und in welcher Form es sie gibt.
Polemix
Die Domain autismus-wetterau.de / adhs-autismus-adressen.de ist als Quellenangabe (Diagnostik und Differenzialdiagnose des Asperger-Syndroms im Erwachsenenalter) im deutschen Wikipedia-Artikel zu ADHS verlinkt.