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Seit dem 11.09.2026 führen wir in unseren Gruppen neue Gruppenregeln, einen neuen Ablaufplan und eine neue Rollenverteilung ein. Die Rollenverteilung ist dabei eine komplett neue Funktion. Wir sind auf dein Feedback angewiesen und bitten um etwas Geduld, während wir das System gemeinsam mit euch verbessern.
Bei uns gibt es keine klassische Leitung, wie du sie von der Arbeit oder aus der Schule kennst. Niemand steht vorne. Niemand bewertet dich. Niemand entscheidet allein, worüber gesprochen wird.
Stattdessen gibt es Rollen. Sie teilen Aufgaben auf, die sonst eine einzelne Person tragen müsste. Die Rollen wurden bewusst klein und einfach gehalten, damit sie dich nicht überfordern.
Die Bezeichnungen der Rollen sind bewusst wörtlich gewählt: Der Zeitwächter wacht über die Zeit, der Kommunikationswächter wacht über die Kommunikation und die Einhaltung der Regeln. Der Name beschreibt direkt, was die Rolle tut – ohne Interpretationsspielraum.
Diese Rollen kannst du freiwillig übernehmen
Du entscheidest selbst, ob und wann du eine dieser Rollen übernimmst. Du kannst dich für ein einzelnes Treffen entscheiden oder die Rolle über einen längeren Zeitraum behalten. Niemand muss eine Rolle übernehmen.
Zeitwächter
Der Zeitwächter behält den zeitlichen Rahmen des Treffens im Blick. Er sorgt dafür, dass für jedes Thema die vereinbarte Zeit eingehalten wird und alle die Möglichkeit haben, zu Wort zu kommen.
Dabei kommen zwei Uhren zum Einsatz: Die Ampeluhr zeigt den Zeitrahmen für das gesamte Treffen, der digitale Timer die Zeit für den aktuellen Themenblock oder die Vorstellungsrunde.
ZitatVergleich aus dem Schwimmsport: Bei einem Schwimmwettkampf gibt es einen Zeitnehmer. Er stellt die Stoppuhr, misst die Zeit jedes Schwimmers und sagt sie klar an. Genau diese Funktion hat der Zeitwächter beim Treffen: Er stellt den Timer für jeden Themenblock und sagt an, wie viel Zeit noch bleibt und wann sie abgelaufen ist.
Aufgaben:
- die Ampeluhr für den gesamten Ablauf des Treffens im Blick behalten
- den digitalen Timer für jeden Themenblock stellen
- bei der Vorstellungsrunde den Timer für jede Person neu stellen
- ansagen, wie viel Zeit noch bleibt (z.B. zwei Minuten vor Ablauf ansagen: "Noch zwei Minuten" )
- wenn die Zeit abgelaufen ist, ansagen: "Die Zeit ist um"
Wichtig: Hält sich jemand nicht an die vereinbarte Zeit, musst du das nicht allein klären: Der Gruppenorganisator oder der Kommunikationswächter greift dann ein und kümmert sich um das Anliegen.
Kommunikationswächter
Der Kommunikationswächter behält die Themen des Treffens im Überblick, sorgt für die Einhaltung der Gruppenregeln und begleitet die Gruppe durch die Themenauswahl.
ZitatVergleich aus dem Berufsleben: Stell dir ein Meeting vor, in dem eine Person die Tagesordnung führt. Sie schreibt zu Beginn auf, welche Punkte besprochen werden sollen, achtet darauf, dass jeder Punkt in der vorgesehenen Zeit bleibt, und sorgt dafür, dass sich alle an die Gesprächsregeln halten – zum Beispiel, dass niemand unterbrochen wird. Genau diese Funktion hat der Kommunikationswächter in der Gruppe.
Aufgaben:
- vor dem Treffen die Gruppenregeln im Raum auslegen
- neuen Teilnehmern die Gruppenregeln geben und für Rückfragen zur Verfügung stehen
- die in der Vorstellungsrunde genannten Themen auf dem Hand-out notieren
- den Überblick behalten, welches Thema schon besprochen wurde und wie viel Zeit dafür vorgesehen ist
- mit der Gruppe festlegen, welche Themen heute besprochen werden und wie viel Zeit sie bekommen – bei Bedarf per Abstimmung
- nach Ablauf der Zeit die Gruppe per Handzeichen entscheiden lassen: verlängern oder zum nächsten Thema übergehen
- darauf achten, dass die Regeln zu den Ampelkarten auf den Tisch eingehalten werden
- darauf achten, dass die Kommunikation gewaltfrei bleibt und die Gruppenregeln eingehalten werden
- darauf achten, dass Teilnehmer ihre Redezeit einhalten
- den Zeitwächter unterstützen, wenn Redezeiten nicht eingehalten werden
Wichtig: Reicht dein Eingreifen nicht aus, übernimmt der Gruppenorganisator.
Diese Rolle ist fest vergeben
Diese Rolle liegt immer bei einer Person aus dem Vorstand oder dem Verein.
Gruppenorganisator
ZitatVergleich aus dem Schwimmbad: Der Bademeister sorgt dafür, dass das Schwimmbad öffnet, dass alles vorbereitet ist und dass neue Besucher wissen, wo sie sich umziehen können und welche Regeln gelten. Was im Wasser passiert – wer mit wem schwimmt, worüber sich alle unterhalten – bestimmt der Bademeister nicht. Genau diese Funktion hat der Gruppenorganisator beim Treffen: Er sorgt für den Rahmen und ist Ansprechpartner, bestimmt aber nicht, worüber gesprochen wird.
Aufgaben:
- dafür sorgen, dass Termine regelmäßig und im nötigen Umfang stattfinden
- vor deinem ersten Besuch Fragen beantworten
- während und nach dem Treffen ansprechbar sein
- Fragen zum Verein oder zu anderen Präsenz-Angeboten beantworten
- auf Wunsch der Gruppe festhalten, was vereinbart wurde, und es in der Abschlussrunde vorlesen
- Rollen übernehmen, die bei einem Treffen niemand freiwillig ausfüllt
Die Rolle ist bei jedem Treffen besetzt.
Du bist mit keiner Rolle allein
Der Gruppenorganisator erklärt dir die Rolle vor dem Treffen, so ausführlich wie du möchtest. Er sitzt während des Treffens mit am Tisch. Wenn du nicht weiterweißt, fragst du ihn.
Hinweis: Wenn dir die Rolle zu viel wird, gib dem Gruppenorganisator einen Hinweis. Er übernimmt die Rolle dann direkt weiter.
Wichtig: Alles, was du brauchst, liegt vor Ort bereit: Board, Stifte, Ampeluhr, digitaler Timer, Hand-out, Ablaufplan und Gruppenregeln.
Musst du eine Rolle übernehmen?
Nein. Keine Rolle ist Pflicht. Du kannst über Jahre zu den Treffen kommen, ohne jemals eine zu übernehmen.
Trotz der unterschiedlichen Rollen steht niemand über der Gruppe. Die Kommunikation findet auf Augenhöhe statt.