ADHS? Asperger? Irgendwas muss doch sein: Die überdiagnostizierten Kinder

  • Neulich führte ich ein Entwicklungsgespräch mit der Erzieherin meines Kleinkindes. Es gebe da Grund zur Besorgnis, sagte sie, sich sichtlich windend, denn sie wolle uns Eltern ja nicht zu nahetreten. Aber das Kind spiele nun einmal viel zu ruhig und am liebsten allein. Nun könnte man meinen, dass angesichts von dreißig quäkenden Kleinkindern unter drei jedes Kind, das seine Kita-Zeit nicht damit zubringt, Klein-Arthur einen Stock über den Kopf zu ziehen oder die Fensterscheiben mit Knete zu verschönern, nachgerade der Wunschtraum jeder Erzieherin sei. Aber weit gefehlt.

    Natürlich soll das Kind nicht hyperaktiv sein, denn so ein Kind stört die anderen und den lieben Frieden. Aber zuuu ruhig ist auch nicht gut. Ich erklärte unserer Erzieherin, dass wir Eltern ja auch sehr ruhig seien, ich bin schließlich Autorin, brüte täglich stundenlang still über Texten, während der Mann technische Details in architektonischen Plänen überprüft. Wir sind, mit anderen Worten, sehr introvertierte Personen, die sich gerne in Details verlieren. Das Kind mag eben Lego und Autos und Bücher. Außerdem befindet sich mein großer Sohn im Autismusspektrum, die verschlossene, emotional-zurückgezogene Art sei eben auch genetisch bedingt.

    ADHS, Asperger & Co: Wie wir unsere Kinder zu Problemfällen erklären
    Manche Kinder sind lebhaft, andere ruhig. Da muss man keine Wissenschaft draus machen, zumal als Laie
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