Erwachsene, die an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASD) leiden, zeigen in manchen Bereichen eine bessere Entscheidungsfähigkeit als neurotypische Erwachsene. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der University of Cambridge unter der Leitung von George Farmer, Simon Baron-Cohen und William Skylark in der Fachzeitschrift Psychological Science. Die Autoren der Studie erklären, dass Menschen mit einer ASD weniger anfällig für sogenannte kontextuelle Stimuli sind. Dies zeige sich bei verschiedenen standardisierten Aufgaben. Menschen mit ASD können laut den Autoren Informationen besser isoliert betrachten und bewerten.
Zu diesem Zwecke untersuchten Farmer und seine Kollegen 90 Erwachsene mit einer ASD und 212 Erwachsene ohne die Störung. Die Probanden nahmen an einem Onlinetest teil, in dem sie sich zwischen verschiedenen Paaren von Produkten entscheiden mussten. Dabei wurden die Probanden mit einer sogenannten Köder-Option konfrontiert, die sie von den jeweils anderen Produkten ablenken sollte. Anschließend sollten sie das Beste der drei dargebotenen Produkte auswählen. Aus rein rationaler und ökonomischer Sicht stellten die „Köder-Produkte“ die eindeutig schlechteste Wahl dar. Die Probanden mit ASD trafen zumeist die gleiche rationale Entscheidung – unabhängig vom „Köder-Produkt“.
Praxis Dr. rer. nat. Anna Lisa Aydin, Frankfurt - Psychotherapeutenkammer Hessen